Feuerwehr befreit Eingeklemmte aus Autowracks

Mit vereinten Kräften gingen die Helferinnen und Helfer zu Werke.
 
Die Helferinnen und Helfer waren schnell zur Stelle.

Ausbildung der Brandschützer mit realistischen Unfallszenarien

Langenhagen. Mehr als zwei Monate Vorbereitungszeit hatten Planung und logistische Aktivitäten in Anspruch genommen, ehe die beiden Gruppenführer Karsten Patz und Marcel Hofmann von der Ortsfeuerwehr Langenhagen zum Sonderausbildungsdienst "Technische Hilfeleistung bei PKW-Unfällen" einladen konnten. Die Ausbildung umfasste einen vierstündigen Theorieteil, bei dem Themen wie Gerätekunde, Einsatztaktik, Rettungs- und Schnitttechniken, Glas- sowie Airbagmanagement angesprochen wurden. Die 23 Teilnehmer aus den Ortsfeuerwehren Langenhagen und Krähenwinkel besetzten im praktischen Teil den Rüstwagen, das Hilfeleistungstanklöschfahrzeug, ein Löschgruppenfahrzeug sowie den Einsatzleitwagen und absolvierten vier aufwändig vorbereite Einsatzübungen. Übungsleiter Patz und Hofmann hatten zudem eine Rettungswagenbesatzung bestehend aus angehenden Rettungsassistenten eingeladen, die den Ernstfall trainieren sollten. Auch an professionell geschminkte Opfer wurde gedacht, so dass jedes Übungsszenario als realistische Einsatzsituation betrachtet werden konnte.
Die erste Übung bestand aus einem Frontalaufprall eines Autos gegen einen Baum, bei dem ein Teil des Wagens Feuer gefangen hatte und eine Person auf der Rückbank eingeklemmt war. Unter der Leitung von Gruppenführer Christian Hasse wurden sofort ein Löschangriff eingeleitet sowie die Rettung der eingeklemmten Person über die sogenannte "Dritte Tür" vorbereitet. Diese Technik beinhaltet das Öffnen der Fahrertür sowie das Umklappen der hinteren Fahrzeugseite mit Hilfe von hydraulischem Rettungsgerät wie Schere und Spreizer. Neben dem Training des Einsatzes der Geräte sowie der Abläufe bei technischen Hilfeleistungen stand ebenfalls die enge Absprache der Führungskräfte der Feuerwehr mit der Besatzung des Rettungswagen im Fokus der Übungsleiter, die auch im Ernstfall "Hand in Hand" arbeiten müssen.
Bei der zweiten Einsatzübung fand Einsatzleiter Wilhelm Rust ein Auto unter einem Treckeranhänger vor – der Fahrer war im Fussbereich eingeklemmt. Nachdem ein Zugang über die Fahrer– sowie Beifahrertür geschaffen wurde, konnte der Rettungsdienst die verletzte Person als Ersthelfer versorgen. Als weitere Massnahmen wurde das Dach aufgeklappt und der Wagen unter dem Anhänger hervorgezogen. Durch den Einsatz von hydraulischen Rettungszylindern konnte der verformte Fussraum erweitert werden, sodass der Fahrer aus dem Wagen schonend gerettet wurde.
Auch der kurzzeitig einsetzende Regen konnte die Teilnehmer bei der dritten Übung nicht aus der Ruhe bringen. Unter der Leitung von Gruppenführer Kai Dietrich fanden die Einsatzkräfte einen auf der Seite liegenden PKW vor, in dem eine verletzte Person lag. Nachdem der PKW mit Leiterteilen sowie einem Seilzug gesichert wurde, konnten die Einsatzkräfte Schnitte mit der hydraulischen Schere durchführen, damit das Dach umgeklappt und der Zugang zum Patienten geschaffen werden konnte.
Das spektakulärste Szenario hatten Patz und Hofmann für den Abschluss vorgesehen. Hier war ein PKW mit zwei Insassen verunfallt und lag an einer Böschung auf dem Dach. Als Besonderheit war das Löschgruppenfahrzeug ohne hydraulisches Rettungsgerät an Bord ersteintreffenden Fahrzeug. Die Übungsleiter wollten damit simulieren, dass auch Ortsfeuerwehren mit Grundausstattung in der Lage sind erste Massnahmen wie die Sicherung des Fahrzeuges gegen Wegrutschen oder die Patientenbetreuung vorzunehmen. Nachdem der Rüstzug bestehend aus Rüstwagen und Hilfeleistungstanklöschfahrzeug an der Einsatzstelle eingetroffen waren, konnte die technische Rettung der beiden eingeklemmten Personen eingeleitet werden. Die Absprache war hier zwischen Einsatzleiter, dem Leiter des Rüstzuges sowie den Rettungsdienst erforderlich. Auch im letzten Szenario schafften die Einsatzkräfte einen ersten Zugang für ein Mitglied des Rettungsdienstes, damit die Erstvorsorgung im Fahrzeuginneren gesichert war. Dann konnten auf beiden Seiten die Türen entfernt und zur Seite gedrückt und die Patienten aus dem Autowrack gerettet werden.
Nach der neunstündigen Ausbildung blickten die Übungsleiter Patz und Hofmann in zufriedene Gesichter. Beide waren überaus zufrieden mit dem gesamten Ablauf und freuten sich, dass teilweise am Abend zuvor besprochene Themen direkt in die Praxis umgesetzt und neue Geräte eingesetzt wurden.