Fliegender Wechsel in Sachen Robotern

Ein großes Team stellt sich dem Wettkampf: Die RoboCup-AG des Gymnasiums Langenhagen Foto: G. Gosewisch

Gymnasium Langenhagen wieder bei RoboCup dabei

Langenhagen (gg). Schon Erfahrung haben die Schüler des Gymnasiums Langenhagen mit dem Wettbewerb RoboCup, eine internationale Initiative zur Förderung der Forschung und Ausbildung im Bereich künstliche Intelligenz und autonome mobile Systeme. Unvergessen beispielsweise ist die Teilnahme von Svenja Gaedeke bei der RoboCup-Weltmeisterschaft 2008 in China, bei der sie den sechsten Platz im Finale belegte. Inzwischen ist sie in der elften Klasse und gehört zu den erfahrenen Schülern in der Arbeitsgemeinschaft, AG RoboCup, in der Roboter für den jährlich stattfindenden Wettbewerb gebaut werden. Anfang April traten mehr als 40 Schülerinnen und Schüler in acht Teams – betreut von den Fachlehrern Holger Zurborg, Tanja Wernicke und Thorsten Behrens – beim RoboCup German Open an, um über Qualifikationswettbewerbe ins Finale zu kommen und damit an der Weltmeisterschaft in Istanbul in diesem Jahr teilnehmen zu können. Die Langenhagener Teams stellten sich einer starken Konkurrenz. Fast 200 Schülerteams aus 60 Standorten in Deutschland waren auf dem Messegelände in Magdeburg dabei. „Von Mittwoch bis Sonntag zog sich der Wettbewerb, das ist eine lange Zeit und zudem unübersichtlich durch die Zusammenlegung von Qualifikationen und Finale“, erläuterte Thorsten Behrens. Gestartet wurde in drei thematischen Kategorien, die zudem in Altersstufen unterteilt waren. In der Kategorie Dance bewegen sich Roboter zu einer Choreographie. In der Kategorie Rescue müssen Roboter so programmiert werden, dass sie einen Parcours bewältigen und damit Funktionen echter Rettungsroboter aufweisen. In der Kategorie Soccer orientieren sich Roboter selbstständig auf einer Spielfläche, finden den Ball und schießen Tore. Eine mehrköpfige Expertenjury bewertet in den Disziplinen die Komplexität der Roboter, deren Programmierung, die Originalität der Idee und die sichere technische Umsetzung. Den vierten und fünften Platz im Finale der RoboCup German Open belegten in der Kategorie Dance die Teams „Die Apfeltaschen“ und „Wizard“. In der Kategorie Rescue starteten insgesamt fünf Teams, drei in der Altersstufe Primary und zwei in der Stufe Secondary. Alle schlugen sich in den Qualifikationen noch hervorragend. Das Team MAD belegte am Ende Platz 6. In der Kategorie Soccer belegte das Team „Veni, vidi,vici“ Platz 3.
Thorsten Behrens freut sich, dass es für die Arbeitsgemeinschaft RoboCup keine Nachwuchssorgen gibt: „Schon im Sekundarbereich 1 steht Informatik auf dem Lehrplan und man kann schauen, wer Interesse dafür hat oder entwickelt.“ Normalerweise investierten die Schüler zwei Stunden pro Woche in die AG. Bei besonderen Tüfteleien werde einfach länger gearbeitet. Unter den Teams komme es schon einmal vor, dass Teammitglieder einen fliegenden Wechsel machten. Das sei wichtig und gut – schließlich gehe es um die Optimierung der Entwicklungsarbeit. „Der Wettbewerb ändert ständig sein Gesicht“, so Behrens und weiter: "Es gibt immer neue Spielregeln und es wird immer anspruchsvoller. Ein Beispiel ist die Kategorie Rescue. Vor einigen Jahren mussten die Roboter nur Linien erkennen, inzwischen ist die Erkennung von Wärmequellen nötig.“