Fortschritt über ausgebaute Verkehrswege

Ausstellung im Kunstverein passt zum Langenhagener Image

Langenhagen (gg). Kaum bekannt sind die historischen Zusammenhänge rund um den deutschen Eisenbahnbau im Nahen Osten zu Beginn des 20. Jahrhunderts, der eine koloniale Ausbeutung ermöglichen sollte. Der Ausbau des Verkehrsweges in die Türkei ließ erstaunliche Wirtschaftsbeziehungen wachsen, das zeigt die Arbeit der Berliner Künstlerin Judith Raum. Sie forscht seit mehr als zehn Jahren in Archiven zu diesem Thema, hat eine wertvolle Fotodokumentation erstellt und dazu ein Buch veröffentlicht. „Wie man Geschichte einmal anders erzählen kann und das künstlerisch umsetzt, ist hier spannend zu sehen“, sagt Ursula Schöndeling, künstlerische Leiterin des Kunstvereins, zur Arbeit „L`Inspecteur des Cultures“. Die ist im Ausstellungsraum des Kunstvereins an der Walsroder Straße 91A zu sehen und als eine so genannte „lecture performance“ aufgebaut. Platzierte Objekte und historische Dokumente werden dabei verbunden. Zudem gibt es eine Parallele zur Identität von Langenhagen. Dazu die künstlerische Leiterin: „Zur 700-Jahr-Feier stellen sich viele die Frage des Kennzeichens von Langenhagen. Für mich machen die Verkehrswege die Identität aus.“ Der Kunstverein bietet sonntags um 15.30 Uhr kostenlose workshops und Führungen zur Ausstellung an. Weitere Informationen dazu findet man auf der Internetseite: www.kunstverein-langenhagen.de. Anmeldungen sind telefonisch, (0511) 778929, möglich.