Frühlingsgefühle

Hans-Günter Schoppa, Leiter der Lebensberatungsstelle
Es ist Frühlingsanfang. Manche und mancher denkt dabei an
schönes Wetter, sprossendes Grün, erste Urlaubspläne und endlich das
Weglegen von Mantel und Schal. Aber auch unsere Seelen erwärmen
sich mit mehr Sonne und Licht. Und manch einer und manch eine
geraten in Aufbruchstimmung, mit dem Frühling, alles neu, alles
anders und besser zu machen, endlich das Leben zu beginnen,
das man schon immer leben wollte. Ein bisschen abheben – nicht
schlecht! Aber wir sollten dabei Freundschaft mit uns selbst walten
lassen. Wir bleiben, wer wir sind; wir wissen wer wir sind; wir ahnen,
wenn wir uns etwas vormachen – und das ist auch gut so.
Freundschaft mit sich selbst kann heißen, sich bewusst zu werden,
was in einem steckt, welche Potentiale wir noch nicht
verwirklicht haben, aber eben auch, sich nicht zu überfordern, seine
Grenzen zu kennen, zu wissen, was man wirklich braucht. Das ist der
Gedanke, wie der liebe Gott uns gemeint haben könnte, als er uns
in die Welt setzte. „Frühlingsgefühle“ haben ja auch
noch eine andere Bedeutung. Im erhöhten Wohlgefühl mit sich und
im Einklang mit der Natur haben wir Lust, uns zu zeigen, zu flirten,
womöglich die Bereitschaft, uns neu in jemanden zu verlieben,
wobei das ja vielleicht auch der (schon vorhandene) Partner
oder die Partnerin sein können. Leider gibt es dann aber manchmal
Ärger und es geht auch etwas zwischen zwei Menschen kaputt.
Wollten wir das? War es uns das wert? Also: freundlich mit sich
selbst bleiben, sich freuen am Sein
und Leben, wie es gefällt – aber auch schätzen und schützen, was
einem lieb und wichtig ist, bei allen Höhenflügen aufrichtig mit sich
und dem und der anderen bleiben! C´est la vie! Auch im Frühling!

Hans-Günter Schoppa