Für die Energiewende vor Ort

Informationsaustausch an der Biogasanlage Weiherfeld: (von links) Geschäftsführer der Klimaschutzagentur Udo Sahling, Geschäftsführer proKlima Harald Halfpaap, Bürgermeister Friedhelm Fischer, Umweltdezernent der Region Hannover Prof. Dr. Axel Priebs und EPL Geschäftsführer Dr. Manfred Schüle. (Foto: G. Gosewisch)

Priebs wirb für Klimaschutztour in der Region

Region (gg). „Wie funktioniert die Energiewende?“ - Axel Priebs, Umweltdezernent der Region Hannover, hat mit dem Klimaschutz-Aktionsprogramm der Region viele Antworten, die bei den kommunalen Verwaltungen und bei den Bürgern ankommen sollen. Im Rahmen der „Regionalen Klimaschutz-Tour 2012“ wirbt er für die Umsetzung von Klimaschutz-Projekten, denn erklärtes Ziel ist es, bis zum Jahr 2050 den Energieverbrauch in den Gemeinden insgesamt um 50 Prozent zu reduzieren. „Nur im Dreiklang von Einsparung, Effizienz und dem Einsatz erneuerbarer Energien kann das funktionieren“, ist er sich sicher und ergänzt, „natürlich gehört Investitionsbereitschaft dazu.“ Am Beispiel des Neubaugebiets Weiherfeld möchte er aufzeigen, wie es optimal geht. Als vorbildlich attestiert er das städtebauliche Gesamtkonzept. Von der Nahwärmeversorgung der Haushalte, gespeist aus der dazu gehörenden Energiezentrale (Blockheizkraft) samt Biogasanlage, bis hin zum S-Bahn-Anschluss sind die richtigen Weichen gestellt. Ein Erfolgsmodell sei die Aufstellung der 1994 zusammen mit dem Versorger enercity gegründeten Energieprojekt-Gesellschaft Langenhagen (EPL) mit der Stadt Langenhagen als 50-prozentigem Gesellschafter.
Geschäftsführer der EPL, Manfred Schüle betont: „Wir haben in den vergangenen 18 Jahren bereits rund 18 Millionen Euro in die Kraft-Wärme-Kopplung sowie Nahwärmenetze in den verschiedenen Projekten in Langenhagen investiert. Daran sieht man, wie investitionsintensiv Veränderungen zugunsten des Klimaschutzes sind.“ Zurzeit würden die insgesamt vier BHKW-Anlagen der EPL in Langenhagen mit insgesamt 3.560 kW elektrischer Leistung betrieben, die letztes Jahr 18 Mio. kWh Strom (so viel benötigen etwa 5.000 Haushalte) erzeugt hätten. Die installierte Wärmeleistung betrage insgesamt fast 20.000 kW und die Wärmeproduktion rund 33 Mio. kWh (so viel verbrauchen etwa 3.500 Wohnungen).
Doch auch die Bürger, die Betriebe und Unternehmen sind gefordert, in Energieeffizienz zu investieren, so die Botschaft von Priebs. Der enercity-Fonds proKlima, der von der Stadt mitgetragen wird, bietet dafür allen Langenhagenern Bedingungen. „Von unserer Förderung kann jeder profitieren, der seine Heizung erneuert und ein Blockheizkraftwerk oder eine stromerzeugende Heizung wählt“, erklärt proKlima Geschäftsführer Harald Halfpaap und weiter, „Wer energetisch modernisiert oder sich für Investitionen in Energieeffizienz entscheidet, kann von uns Fördermittel erhalten, die zusätzlich zur Förderung durch den Bund gewährt werden können.“ Dass die Wirtschaftlichkeit das Maß der Investitionsbereitschaft ist, betont auch Bürgermeister Friedhelm Fischer vor Ort: „Wenn es wirtschaftlich funktioniert, wächst mit jeder Initiative wie dieser hier die Akzeptanz bei den Bürgern.“