"Für mich eine ganz tolle Aufgabe"

Der neue Chef der Bundesingenieurkammer Hans-Ullrich Kammeyer vor seinem Domizil in der Grafenberger Straße. Foto: K.Raap

Hans-Ullrich Kammeyer Präsident der Bundesingenieurkammer

Langenhagen (kr). Eine hochkarätige Auszeichnung für einen Langenhagener Diplomingenieur: Die 38 Delegierten der 50. Bundesingenieurkammer-Versammlung in Berlin wählten mit sehr großer Mehrheit Hans-Ullrich Kammeyer zum neuen Präsidenten dieser Institution. "Eine ganz tolle Aufgabe, ich freue mich über das Vertrauen", sagte der 65-jährige, der bereits seit 2005 Präsident der Ingenieurkammer Niedersachsen ist, nach seiner Wahl. In seiner ersten Ansprache erklärte er, dass er sich für eine zukunftssichere Ingenieurausbildung, klare Berufsausübungsrichtlinien, die Sicherung qualitativ hochwertiger Ingenieurleistungen und die weitere Harmonisierung der Bauordnungen und der Ingenieurgesetze der Bundesländer einsetzen will. Neben seiner neuen ehrenamtlichen Tätigkeit als Vertreter der Interessen von 45.000 Bau-, Maschinenbau- und Elektroingenieuren ist Kammeyer als Prüfingenieur für Baustatik und öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger tätig. Der gebürtige Hamburger studierte in seiner Heimatstadt und an der technischen Universität Hannover. Seine erste Amtshandlung in der neuen Position: Am gestrigen Freitag zeichnete er im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr die König-Ludwig-Brücke in Kempten als "Historisches Wahrzeichen der Ingenieurkunst in Deutschland" aus. Bei dem 1852 eingeweihten Bauwerk handelt es sich weltweit um eine der ältesten erhaltenen hölzernen Eisenbahnbrücken. Zusätzlich ist der Langenhagener Vizepräsident der europäischen Ingenieurvereinigung ECEC, der ein Dutzend Staaten angehören. Für Hans-Ullrich Kammeyer resultiert aus seinen Ehrenämtern natürlich ein umfangreiches Reiseprogramm. Fit hält er sich mit Unterstützung von Ehefrau Renate in einem Tanzstudio mit Rock `n`Roll und Jitterbug. Früher spielte er Tennis beim TCL und Jahre zuvor in Hamburg von der Jugend bis zu den Herren Fußball als Mittelläufer beim Walddörfer SV. "Das war eine unvergessliche Zeit", erinnert sich Kammeyer, "als wir im Pokal sogar gegen Topteams wie den HSV und FC St. Pauli antreten durften."
Seit 1977 wohnt die Familie Kammeyer mit ihren drei Kindern in Langenhagen, wo sie sich "äußerst wohlfühlt". Regelmäßig besuchen sie eine Fülle öffentlicher Veranstaltungen. Über ein Dutzend Jahre gehörte Hans-Ullrich Kammeyer als Geschäftsführer der Nord-West Planungsgesellschaft mit seiner Firma zu den Sponsoren der weit über Langenhagens Grenzen hinaus bekannten und beliebten Jazzmatineen im Rathausinnenhof. Im Jubiläumsjahr "700 Jahre Langenhagen" wird er die Veranstaltungsreihe nach längerer Zeit in diesem Sommer erneut unterstützen, diesmal ganz privat. Im Januar 2007 hatte das Langenhagener ECHO den Diplomingenieur für die spontane Beurteilung eines spektakulären Unfalls gewonnen. Beim Rückwärtseinparken im CCL-Parkhaus touchierte eine Langenhagenerin die metallene Außenbegrenzung und befand sich mit einem Drittel ihres Pkw plötzlich in luftiger Höhe außerhalb des Gebäudes. Dabei hatte sie keineswegs, wie fast alle Medien berichteten, die äußere Begrenzung durchbrochen, das Schutzgitter war aufgeklappt wie eine Tür. "Die beiden rechts zur Sicherung des Gitters montierten zwölf Millimeter dicken Metallschrauben", so befand der erfahrene Ingenieur auf den ersten Blick, "waren verschwunden, so blieb die Schutzwand an den beiden links montierten Bolzen hängen". Kammeyer schloss einen Montagefehler nicht aus: "Zu fest angezogene Bolzen könnten bereits bei relativ geringem Aufprall auseinander gerissen werden." Auch Manipulation sei denkbar, immerhin könne man mit einem normalen Werkzeug die Schrauben kinderleicht lockern oder ganz entfernen. Der Unfall führte übrigens dazu, dass in dem Parkhaus Leitplanken in einer Länge von insgesamt 1340 Metern montiert wurden.