Für selbstbestimmtes Leben im Alter

Stefanie Schwinge-Fahlberg erläutert das Projekt Quartier Silbersee; neben ihr Erwin Jordan, Dezernent für soziale Infrastruktur in der Region Hannover. (Foto: D. Lange)

Region Hannover fördert Langenhagener Projekte

Hannover (dl). Erstmals fördert die Region Hannover Wohnprojekte zum selbstbestimmten Wohnen im Alter sowie für Menschen mit Behinderungen. Zwei Anforderungen, die sich ohnehin immer mehr angleichen. Sechs von den insgesamt 22 eingereichten Projektentwürfen aus der Stadt Hannover und der Region konnten die Jury überzeugen und wurden zur Förderung ausgewählt. Sie erhalten jeweils bis zu 25.000 Euro, bei mehrjährigen Projekten bis zu 50.000 Euro. „Es geht um nichts Geringeres als um die Frage, wie wir in Zukunft zusammen leben wollen“, sagte Erwin Jordan, Dezernent für soziale Infrastruktur in der Region Hannover, zu Beginn der feierlichen Projektvorstellungen im Regionshaus an der Hildesheimer Straße. Es sei erfreulich, dass so viele kreative Ideen für ein besseres Miteinander in den Wohnquartieren eingereicht wurden. Daher werde dieser Wettbewerb auch in diesem Jahr wieder ausgeschrieben, so Jordan. Neben den sechs zur Förderung ausgewählten Projekten erhalten fünf weitere Vorschläge - darunter zwei von ihnen aus Langenhagen - eine einmalige Anschubfinanzierung von 5.000 Euro, die als Impulsförderung die bisherigen Anstrengungen unterstützen soll, um die geplanten Projekte auch umsetzen zu können.
In Langenhagen sind das zum einen das Quartier Silbersee mit dem Anna-Schaumann-Stift als sozialem Mittelpunkt und die Kreissiedlungsgesellschaft (KSG) im Stadtteil Wiesenau. Wohnen im Alter bedeutet, die gesellschaftliche Teilhabe im Alter zu erhalten, wobei die Berücksichtigung der unterschiedlichen Bedürfnisse von jungen und alten Menschen eine wichtige Rolle spielt. Ein soziales Miteinander im Quartier bezieht ganz selbstverständlich die Nachbarschaft mit ein. Also sollte nach Möglichkeiten gesucht werden, die Wohnquartiere der Zukunft auch mit den Bewohnern zu planen.
Barrierefreies Wohnen ist dafür eine der Grundvoraussetzungen. Das von der KSG vorgestellte Projekt fügt sich ein in ein Gesamtkonzept, in dem dies größtenteils bereits verwirklicht wurde. Zu den bestehenden 56 barrierefreien Wohnungen kommen demnächst weitere 22 hinzu. Die Einrichtung eines Quartiertreffs in der Freiligrathstraße als zentrale Anlaufstelle und als soziale Mitte für die Bewohner des Stadtteils wird von der Stadt Langenhagen mit einer bis zu 50-prozentigen Beteiligung an den Personalkosten unterstützt. Mit der Anschubfinanzierung der Region soll die notwendige Sachausstattung für das Quartiermanagement gefördert werden. Für die Leiterin des Quartiertreffs, Claudia Koch, handelt es sich gleichzeitig um ein Einstiegsprojekt mit dem Ziel, es nach Möglichkeit auch auf andere Wohnquartiere auszuweiten. Das seit 40 Jahren bestehende Anna-Schaumann-Stift geht einen ähnlichen Weg. Damals hatten die alten Menschen noch andere Bedürfnisse als heute, daher seien auch andere Konzepte als damals notwendig, sagte Stefanie Schwinge-Fahlberg, die Geschäftsführerin der Altenhilfe im Birkenhof, die zur Stiftung Bethel im Norden gehört. Die stationäre Pflegeeinrichtung Anna-Schaumann-Stift soll zu einem lebendigen Mittelpunkt des Quartiers Silbersee werden. Eine zentrale Beratungsstelle mit nicht kommerziellen Angeboten sowie einer Caféteria wird allen Bewohnern des Quartiers offen stehen. Die Beratungsstelle bietet vielfältige Informationen an zu Themen wie Haushalt, Wohnen, Pflege und Betreuung. Dafür und für das Quartiermanagement soll zusätzliches Personal zur Verfügung stehen. Ebenso werden sowohl die Tagespflege als auch der ambulante Dienst darin eingebunden sein. Die Anschubfinanzierung von 5.000 Euro dient zweckgebunden der Unterstützung des Ehrenamts im Rahmen des Gesamtprojektes.