Für wie blöd halten Sie mich eigentlich?

Thema Bad: viele Anmerkungen auf ungültigen Stimmzetteln

Langenhagen (ok). Die Quote ist nicht allzu hoch – von 19.778 Stimmzetteln in Sachen Badneubau waren lediglich 204 ungültig. Ungültig aber nur, was das Votum angeht, denn viele hatten den Zettel mit Kommentaren versehen oder sogar zusätzliche Notizen in den Wahlumschlag gesteckt. Die Stadtverwaltung hat sich jetzt die Mühe gemacht, auch diese Stimmzettel mit den Anmerkungen auszuwerten und sie der Politik zur Kenntnis zur Verfügung zu stellen. Vielleicht regen einige der Kommentare unsere Volksvertreterinnen und -Vertreter ja zum Nachdenken an, andere Anmerkungen waren dagegen eher weniger geistreich und fallen in die Kategorie „Polemik“. Hier eine kleine Auswahl: „Basisdemokratie ist in diesem Fall fehl am Platze; dämlicher Fragebogen, reine Geldverschwendung und Veruntreuung öffentlicher Gelder, bewusste Irreführung und Verdacht der Manipulation; was soll der Blödsinn mit sechs Kreuzen?“ nahmen einige Bürgerinnen und Bürger kein Blatt vor den Mund und machten deutlich, wie wenig sie von der Bürgerbefragung halten. Für andere war es nur eine „Posse“ und ein „Kleinkrieg“, über die Verantwortlichen in Rat und Verwaltung könne nur Spott ausgeschüttet werden. Denn schließlich sei es wichtiger, dass ein Rieseneinkaufszentrum gebaut werde, als dass die Kinder Schwimmen lernten. Ein andere Stimme sagte fast flehend: „Bitte sanieren!!! Lieber renovieren als neu bauen.“ Für einen anderen muss bei der „desolaten Finanzlage der Stadt“ der Silbersee reichen; die nächsten betonen, dass sie bereits schon einmal abgestimmt hätten und ein weiterer Wähler sagt, dass er für ein Sportheim beim TSV KK sei. Eine Suggestivfrage lautete: „Für wie blöd halten Sie mich eigentlich?“ Auch schön: Ein sportorientiertes Bad käme nur in Frage, wenn das Wasser 28 Grad Celsius warm sei, ansonsten sei er für die große Lösung. „Das alte Bad hätte nicht so schnell abgerissen werden dürfen!“, war eine weitere Meinung; Der neue Bau solle eher zweckorientiert sein.
„Freies Baden im Südsee!“ wurde gefordert,und auch den gewählten politischen Vertreterinnen und Vertretern wurde die Verantwortung zugeschoben: „Es gibt gewählte Volksvertreter, die in der Lage sein sollten, eine für den Bürger optimale Entscheidung zu treffen.“ Der Platz auf dem alten Klinikgelände an der Walsroder Straße wurde mehrfach ins Spiel gebracht, und einer haute auf die Staatsdiener mit den Worten: „So etwas können sich nur Beamte ausdenken“ ein. Allerdings zu Unrecht, die gute Frau oder der gute Mann vergessen, dass die Kommunalpolitiker im Rat der Stadt Langenhagen die Entscheidung für die Bürgerbefragung getroffen haben. Fazit der Bemerkungen: Viel Gemecker, viele konstruktive Anmerkungen, und letztendlich soll es doch jetzt endlich losgehen!