Gar nicht als Übung wahrgenommen

Ein realistisches Szenario: Die Einsatzkräfte hatten alle Hände voll zu tun.

Sechs Schwerverletzte bei gestelltem Unfall in Godshorn

Godshorn. Am Freitagabend missachtete ein Fahrer das Rechts-vor-Links-Gebot und übersah einen von rechts kommenden Wagen. Der Fahrer eines entgegenkommenden Linienbuses konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und krachte ebenfalls in die Autos. Sechs Autofahrer waren teils schwer verletzt im Fahrzeug eingeschlossen. Ein Auto war durch die Wucht des Aufpralles in einen Graben gerutscht. Im Bus befanden sich weitere fünf Verletzte, die auf Grund des abrupten Bremsens sich Frakturen und Schnittverletzungen zu zogen. Ein Wagen fing nach dem Unfallereignis Feuer. Auch diese Sätze waren Gott sei Dank lediglich das Drehbuch für eine weitere Übung.
Einsatzleiter Burghard Heine musste sich direkt nach seinem Eintreffen ein umfassendes Bild der Lage machen. Bei der beschriebenen Lage und der realistischen Spielweise der Verletztendarsteller war dies keine einfache Aufgabe. Zudem waren neben der Ortsfeuerwehr Godshorn auch Kräfte aus Engelbostel und der Werkfeuerwehr Flughafen auf der Anfahrt. Alle etwa 35 Einsatzkräfte, die mit sieben Fahrzeugen anrückten, mussten effektiv eingesetzt werden. Das Drehbuch sah weiter vor, dass auf Grund eines Massenanfalls von Verletzten keine primär Rettungsmittel als auch Schnell-Einsatzgruppen zur Verletztenversorgung zur Verfügung standen und die Feuerwehrkräfte erst einmal auf sich gestellt waren.
Zunächst wurde durch die Ortfeuerwehr Godshorn der Motorraumbrand bekämpft. Im gleichen Zuge wurden weitere Godshorner Kräfte zur Verletztenbetreuung in den Bus und zum Aufbau eines Zeltes beordert. Das Drehbuch sah Temperaturen um die fünf Grad Celsius vor. Den Einsatzkräften aus Engelbostel wurde eines der Unfallfahrzeuge zugeordnet. Sie retteten fortan die drei eingeklemmten Personen eigenständig aus dem Wagen. Nach dem Löschen des Brandes begannen auch die Godshorner Kräfte mit der Befreiung der eingeklemmten Personen.
Nach etwa eineinhalb Stunden waren alle Übungsziele erreicht:
Befreiung der Verletzen, auch mit einem Spineboard, Aufbau des Sanitätszeltes inkl. ausrüsten mit Licht und Heizung, Versorgung der Verletzungen im Sanitätszelt, Kommunikation unter den einzelnen Einheiten. Zusammenfassend war es die erste Übung mit den eingesetzten Einheiten aus Godshorn, Engelbostel und der Werkfeuerwehr zusammen. Alle Übungsziele wurden zufriedenstellend abgearbeitet. Was bislang nicht erwähnt wurde, alle Opfer waren realistisch mit offenen Frakturen und Schnittwunden geschminkt. Dieses führte dazu, dass die Übung teilweise gar nicht mehr als solche wahrgenommen wurde.