Gartenbesitzer dankbar für Service

Gabriele Wahle aus Langenhagen bringt fast täglich einen Sack mit Grüngut zum Betriebshof. (Foto: G. Gosewisch)
 
Ständig wird das Grüngut maschinell zusammengedrückt, damit die Anlieferer den Container besser befüllen können. (Foto: G. Gosewisch)

Sommerhitze bringt Biosäcke zum Kochen

Langenhagen (gg). Nicht leicht haben es Gartenbesitzer in der Sommerzeit: die Arbeit im Garten wird in der Hitze recht anstrengend und zudem fordert der Zuwachs des Grüns ständigen Schnitt. Komposthaufen sind nicht immer einzurichten, schon gar nicht in der zum Grünschnitt entsprechenden Größe. Klar geregelt sind die Möglichkeiten, das Grüngut anderweitig los zu werden, doch die Klagen über das System des Abfallentsorgers aha häufen sich. Viele Langenhagener kommen damit nicht zurecht, fordern dringend weitere Möglichkeiten, so die Lesermeldungen an die Redaktion des ECHOS.
Eine Möglichkeit der Grün-Entsorgung ist die Nutzung der Biosäcke. Die verkauft der Abfallentsorger der Region aha. Biosäcke werden wie die Restmüllsäcke zwecks regelmäßiger Abfuhr an die Straße gestellt. Ein Biosack (30 Liter Volumen) kostet 39 Cent, zu erwerben als Rolle mit 14 Biosäcken, die 5,46 Euro kostet. Was einfach klingt, ist in der Praxis problembeladen. Strauchschnitt ritzt die Säcke auf, Rasenschnitt gärt schon nach einem Tag und stinkendes Sickerwasser läuft aus den Säcken aus. Die zweite Möglichkeit der Grüngut-Entsorgung sind die Grüngut-Annahmestellen, die allerdings nur wenige Stunden in der Woche geöffnet haben: immer mittwochs von 16 bis 18 Uhr und sonnabends von 9 bis 12 Uhr. Zu finden sind die Stellen in Kaltenweide an der Kreuzung Kananoher Straße und Auf der Heide, in Krähenwinkel an der Walsroder Straße 209 und in Schulenburg in der Dorfstraße 28. Das Problem für Gartenbesitzer neben den kurzen Öffnungszeiten und der Beschränkung der Anlieferung auf einen Kubikmeter: dort wird nur Strauchschnitt, aber kein Rasenschnitt angenommen. Aha erklärt: „Grasschnitt ist strukturarm und beginnt nach kurzer Zeit, Sickerwasser zu bilden. Zierrasen wird häufig stark gedüngt. Viele Hobbygärtner verwenden darüber hinaus chemische Mittel, beispielsweise um unerwünschtes Moos aus dem Zierrasen zu vernichten. Diese Stoffe gelangen zusammen mit dem Sickerwasser, das vergleichbar mit Gülle ist, ungehindert in den Untergrund und damit auch in das Grundwasser. Als Anfang der 1990er Jahre die Grüngut-Annahmestellen bei Landwirten als zusätzliches Angebot eingerichtet wurden, war es wirtschaftlich nicht vertretbar, eine aufwendige Abdichtung mit Sickerwasserauffangvorrichtungen zu investieren. Deshalb beschränkte man die Genehmigung auf Baum- und Strauchschnitt. Nachträglich wurde 2003 die Anlieferung von Herbstlaub genehmigt.“ 

Die dritte Möglichkeit der aha-Grüngut-Entsorgung sind die Wertstoffhöfe in Hannover. Rasenschnitt kann dort kostenlos bis zu einem Kubikmeter in die Container von aha abgegeben werden. Das getrennt erfasste Material wird dann in Kompostwerken zu Kompost verarbeitet. Die Wertstoffhöfe sind montags geschlossen, dienstags von 9 bis 18.30 Uhr geöffnet, mittwochs bis freitags von 9 bis 16 Uhr und sonnabends von 9 bis 14 Uhr. Von Langenhagen aus die der Wertstoffhof am Sahlkamp, Wietzegraben 43, in Hannover der Nächste.
Die Mülldeponie in Hannover-Lahe mit angeschlossenem Wertstoffhof, Moorwaldweg 312, hat montags bis freitags von 7 bis 16.30 Uhr und sonnabends von 9 bis 14 Uhr geöffnet.
Aufgrund der Entfernungen und eingeschränkten Öffnungszeiten nehmen Langenhagener den Service der Stadtverwaltung dankend an, die kostenlose Grüngut-Entsorgung auf dem Betriebshof an der Kläranlage zu nutzen, so die Meinung der ECHO-Leser. Einziger Haken: die vor einigen Jahren bestehende Annahme am Sonnabend gibt es nicht mehr. „Die wurde aus Kostengründen eingestellt, die Politik hat sehr lange drüber beraten“, bestätigt Karin Saremba vom Fachdienst Ordnung. Sauber und über eine sichere stabile Treppe können Bürger das Grüngut (auch Rasenschnitt) bis zu einem Kubikmeter in einen Container schütten. Ein kurioses Bild ergibt sich vor Ort nur, wenn viele Anlieferer gleichzeitig dort sind. Dann kommt es ab und an auch zum Stau auf der Treppe. Die Grüngut-Anlieferung ist auf dem Betriebshof montags bis donnerstags von 9 bis 15 Uhr und freitags von 9 bis 11.30 Uhr möglich.