Gebrauchte Container sollen her

Die Trakte A, H und C sind aus wirtschaftlicher Sicht nicht mehr zu retten. Der B-Takt nebenan, der eigentlich im nächsten Bauabschnitt an der Reihe war, bleibt zunächst einmal als Übergangslösung erhalten.

Schulzentrum – Verwaltung nimmt gern Raumvorschläge entgegen

Langenhagen (ok). Fehler und Unregelmäßigkeiten habe es schon in den 70er- und 80er-Jahren gegeben, so Stadtbaurat Carsten Hettwer. Das sei in den alten Akten nachzulesen. Es habe ein Testverfahren gegeben, und auch die Rauchdurchlässigkeit sei nicht gewährleistet gewesen. Was eventuelle Regressforderungen angeht, hat der Stadtbaurat allerdings wenig Hoffnung. "Nach 30 Jahren ist normalerweise alles verjährt." Hettwer spricht Klartext: "Damals sind weder Rechtsvorschriften noch Baugenehmigung eingehalten worden." Und weil die Baugenehmigung nicht eingehalten worden sei, gebe es auch keinen Bestandsschutz und keine genehmigte Übergangslösung. Es könne nur hilfsweise organisatorisch und betrieblich Die Verordnungen für den damaligen Regierungsbezirk von 1962 und für Theater und Zirkusanlagen von 1956 seien nur noch im Stadtarchiv zu finden. Im Moment habe die Stadtverwaltung auch keine personellen Kapazitäten, um sich intensiv auf die Suche nach dem Schuldigen zu machen. Bürgermeister Mirko Heuer: "Wir müssen den Blick nach vorn richten." Und vor allen Dingen nach der schnellstmöglichen Lösung in dieser Notlage suchen. "Wir suchen nach einer Möglichkeit, schnell an bereits vorhandene und gebrauchte Container zu kommen", sagt Verwaltungschef Mirko Heuer. Es werde "nach menschlichem Ermessen"gehandelt, um den Brandschutz zu sichern. Klar ist auch, dass der dritte Bauabschnitt erst einmal nicht kommt – zuletzt wurden ja Mensa und Fachräume im D-Trakt fertiggestellt. Der B-Trakt bleibt als Übergangslösung erhalten, nicht zuletzt, weil er eingeschossig ist. Brandwachen, Feuermelder, zusätzliche Rauchmeldeanlagen, Gerüste – alles Optionen. Für Vorschläge ist die Stadtverwaltung immer dankbar und nimmt Ideen – gerade in Sachen Raumbedarf – unter der E-Mail-Adresse stadtverwaltung@langenhagen.de entgegen. Die Mindestgröße pro Klasse liegt ungefähr bei 55 Quadratmetern. Auf der stadteigenen Homepage informiert die Stadtverwaltung seit dem frühen Dienstagmittag über die weiteren Schritte bis zu den Ferien: Brennbare Materialien werden schnellstmöglich aus kritischen Bereichen entfernt; bis Ferienbeginn wird eine Brandwache während des Schulbetriebs bereitgestellt. Die Schulhausmeister ebenso wie die Freiwilligen Feuerwehren werden bei dieser Aufgabe einbezogen.
Eine spannende Frage ist auch: Welche Räume im Erdgeschoss und in der ersten Etage können noch genutzt werden? Carsten Hettwer hofft, Räume in der Nähe der Schule zu finden. Es soll möglichst jahrgangsweise umgezogen werden. Einige Räume im Schulzentrum könnten wohl auch nach den Sommerferien genutzt werden. Hettwer versucht, aus der Situation das Beste zu machen, sieht auch Chancen für eine große Planung mit Aufgabe der Außenstelle des Gymnasiums an der Friedrich-Ebert-Schule. Eine Empfehlung, die übrigens auch die Planer von biregion bei der Schuluntersuchung imAuftrag der Stadt Langenhagen geben. Dringendster Handlungsbedarf sei jetzt für die Zeit unmittelbar nach den Ferien. In einem Vierteljahr sollen die ersten Container stehen, spätestens in einem Dreivierteljahr in ersten Fertigbauten. Und in etwa drei Jahren dann feste Gebäude. Und der Stadtbaurat versichert: "Alle anderen Dinge, die angeschoben worden sind, laufen weiter." Sanierung des Hauses der Jugend und des Theatersaals etwa. Hettwer versichert: "Die Gebäude sind zwar auch vor 1970 gebaut worden, aber die Probleme wie im Schulzentrum gibt es nicht."