Gedenkstätten einmal anders erleben

Auch in Godshorn wurde der Opfer gedacht.

Verein "Gegen das Vergessen" lädt zur Radtour ein

Langenhagen. Erlebnis pur wurde eine Radtour zu vier Gedenkstätten in Hannover für 35 Teilnehmer, zu der der Verein „Gegen das Vergessen/NS-Zwangsarbeit“ gemeinsam mit der Ortgruppe Hannover des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC) jetzt eingeladen hatte.
Ein Haltepunkt war an der Gedenk-Stele am ehemaligen Eingangstor des Frauenkonzentrationslager Langenhagens in der Hackethalstraße, in dem 500 Zwangsarbeiterinnen der früheren Brinker Eisenwerke, vorwiegend aus Polen und Russland seit Oktober 1944 unter menschenunwürdigen Bedingungen untergebracht waren und das bei einem Luftangriff am 6. Januar 1945 zerstört wurde. Endpunkt der Gedenkstättentour war das von Verein „Gegen das Vergessen/NS Zwangsarbeit“ initiierte und gemeinsam mit Unterstützern finanzierte Mahnmal zum Gedenken an die 293 toten Kleinkinder und Säuglinge der Zwangsarbeiterinnen (überwiegend Russinnen, Ukrainerinnen, Polinnen), die in einem so genannten “Ausländerwöchnerinnenheim”in der Ziegeleistraße  Godshorn/Schulenburger Mühle auf qualvolle Weise umgekommen waren. Wie durch Dokumente belegt werden konnte, starb das erste Kind vor 69 Jahren am 9. September 1943. Die Existenz des grauenvollen Ortes wurde erst 2005 entdeckt, nachdem zwei Polinnen die neue Reisefreiheit der EU nutzten, um die Gräber ihrer toten Kinder in Hannover zu suchen.
Zum Abschluss der 35 Kilometer langen Gedenkstättentour legten Ortsbürgermeister Wilhelm Minne und Vereinsvorsitzender Horst Meyer einen Kranz am Gedenkstein in Godshorn nieder. Sie machten dabei deutlich, dass Kriege und vorangehender Radikalismus stets in den Köpfen der Menschen entstünden und darum das Erinnern an die grausamen Folgen des von Deutschland ausgelösten II. Weltkrieges an den Stätten den Stätten des Gedenkens wachzuhalten sind.