Geisterfahrer auf dem Radweg

Ziehen gemeinsam an einem Strang: Boris Ehrhardt, Abteilungsleiter für Ordnung (von links), Kontaktbeamter Dirk Schell und Verkehrssicherheitsberaterin Stefanie Eckler. (Foto: O. Krebs)

Polizei startet Plakat-Pilotprojekt an der Walsroder Straße

Langenhagen (ok). Achtung, Geisterfahrer!  Bei dieser Meldung gefriert so manch einem Autofahrer das Blut in den Adern. Aber nicht nur auf der Straße, sondern auch auf dem Fahrrad sind Geisterfahrer unterwegs. Denn: Auch für Radfahrer - egal, ob auf einem herkömmlichen Drahtesel oder auf einem Pedelec - gilt das Rechtsfahrgebot. "Die Fahrer schauen oft erst nach links, wenn sie aus einmündenden Straßen kommen. Der Radfahrer ist dann immer der Leidtragende", sagt Stefanie Eckler, Verkehrsberaterin bei der Polizeiinspektion Burgdorf, die auf eine der Hauptunfallursachen im Straßenverkehr aufmerksam macht. In Langenhagen startete jetzt gemeinsam mit dem der Stadtverwaltung ein Pilotprojekt in der Region, insgesamt 50 Plakate in zwei verschiedenen Größen sind jetzt an neuralgischen Punkten entlang der Walsroder Straße aufgehängt worden. Stefanie Eckler: "Ich plädiere dafür, den Mitbürgern zu sagen, was sie tun sollen, also Handlungsalternativen aufzuzeigen. Und diese Optionen sollten Rad- und Pedelecfahrer auch tunlichst nutzen, sonst könnte es auf Dauer teuer werden. "Wer entgegen der Fahrtrichtung unterwegs ist, muss mit einem Verwarnungsgeld von 20 Euro rechnen. Die Fahrradstaffel der Polizeidirektion Hannover wird verstärkt kontrollieren. Christoph Badenhop, Leiter des Langenhagener Polizeikommissariats, macht auf die besonderen Probleme im Begegnungsverkehr aufmerksam: "Es kann zu bösen Stürzen kommen, wenn sich die Lenker verhaken." In Zukunft sei eher mit noch mehr Fahrradfahrern zu rechnen, die Tendenz zeichne sich schon seit Beginn der Corona-Pandemie ab. 2019 gab es in Langenhagen insgesamt 1.852 Unfälle, in 109 waren Fahrradfahrer verwickelt.