Gemeinsame Gesellschaft soll Klärschlamm entsorgen

Begutachten die Qualität des Klärschlamms: Abwassermeister Christian Bock, Sandra Bosold, Leiterin des Eigenbetriebes Stadtentwässerung, und Christoph Kormann, Leiter der Kläranlage. (Foto: O. Krebs)

Städtischer Eigenbetrieb Stadtentwässerung gehört zu den Gründungsmitgliedern

Langenhagen (ok). Die Kläranlage in Langenhagen ist für die eigene Stadt, Isernhagen und Isernhagen-Süd zuständig. Rund 6.400 Tonnen maschinell entwässerter Klärschlamm fallen jährlich an und müssen entsorgt werden. Eine neue Düngeverordnung schränkt die Nutzung von Klärschlamm als Düngemittel in der Landwirtschaft ein. Seit Mai dieses Jahres wird der Langenhagener Klärschlamm zu 100 Prozent thermisch durch Mitverbrennung in der Zementindustrie oder in Kohlekraftwerken verwertet. Die Frage, die sich auch stellt: Was geschieht mit dem Phosphor im Klärschlamm? Die „Verordnung zur Neuordnung der Klärschlammverwertung“ ist am 3. Oktober 2017 in Kraft getreten. Und sie besagt auch, dass „Betreiber von Abwasserbehandlungsanlagen mit einer Ausbaugröße von mehr als 100.000 Einwohnerwerten“ – die Kläranlage Langenhagen hat etwa 150.000 Einwohnerwerte – spätestens nach zwölf Jahren aktiv werden müssen, bei der Phosphorrückgewinnung ausn Klärschlamm oder Klärschlammverbrennungsaschen. In Einsatz in der Landwirtschaft ist danach nicht mehr möglich. In Niedersachsen gibt es zurzeit keine so genannte Monoverbrennungsanlage. Um die Entsorgung sicherzustellen, wollen kommunale Stadtentwässerungsbetriebe eine Gesellschaft gründen Zu den Gründungsmitgliedern zählt auch der städtische Eigenbetrieb Stadtentwässerung. Felicitas Weck (Linke) plädiert dagegen für einen kommunalen Zweckverband oder eine gemeinsame Anstalt öffentlichen Rechts.