"Gesellschaftliche Werte bewahren"

Gastredner Mirko Heuer und im anschließenden Gespräch mit den Bürgern. (Foto: D. Lange)

Vortrag von Mirko Heuer zum Buß- und Bettag

Langenhagen (dl). So schnell kann es gehen. Kaum zwei Tage im Amt, ereilte Langenhagens Bürgermeister Mirko Heuer bereits der Ruf der Emmausgemeinde, als Gastredner seine Gedanken zum Buß-und Bettag und zu aktuellen politischen und gesellschaftlichen Themen vorzutragen. Ausgehend von der Geschichte des Buß- und Bettages befasste er sich in seinem Vortrag mit der politischen Dimension dieses kirchlichen Feiertags, der im Jahr 1995 mit Einführung der Pflegeversicherung als bundesweiter Feiertag abgeschafft wurde. Heuer beschäftigte sich mit den Fragen nach der politischen Ausrichtung des Bußtages und dem Einfluss, den die Kirche trotz sinkender Mitgliederzahlen auf das politische Leben heute noch hat. Dabei seien die Zugehörigkeit zu einer Kirche von dem christlichen Wertekanon, auf dem unser politisches und gesellschaftliches System aufgebaut ist, grundsätzlich zu trennen. Diese Werte im Bewusstsein der Menschen zu bewahren und im Alltag umzusetzen, sei die Aufgabe von Kirche und Politik. Als künftiger Bürgermeister stellte Heuer seine Sicht der Dinge dar und zeigte Perspektiven auf zur Bewältigung der Herausforderungen und Probleme unserer Gesellschaft. Keine Regierungserklärung natürlich, aber durchaus eine Standortbestimmung zu den derzeit aktuellen Themen in Langenhagen. In erster Linie gehe es darum, den Flüchtlingen und Asylbewerbern ein Dach über dem Kopf zu geben, was nicht ganz leicht und bei vielen mit Vorbehalten und Ängsten verbunden sei. Zu einem friedlichen Zusammenleben gehöre es aber, mit einem Höchstmaß an Offenheit diese Ängste ernst zu nehmen. Erfahrungen in Godshorn hätten gezeigt, dass persönliche Kontakte dazu am ehesten in der Lage sind. In Erinnerung an die Erfahrungen von Flucht und Vertreibung in der jüngeren Geschichte rief Heuer alle gesellschaftlichen Gruppen dazu auf, in vielfältiger Weise und zusammen mit der Verwaltung an der Bewältigung der Probleme mitzuarbeiten. Die sich wandelnde Altersstruktur in der Bevölkerung und wie wir damit umgehen, ist für den Bürgermeister ein weiteres wichtiges Thema. Die soziale Einbindung der älteren Menschen in das gesellschaftliche Leben und in gleichem Maße ein Umfeld zu schaffen, dass auch den alten und mobilitätseingeschränkten Menschen ein hohes Maß an Lebensqualität bietet, ist eine der großen zukünftigen Herausforderungen einer wachsenden Stadt wie Langenhagen.