Glück

„'Glückliches neues Jahr!' wünschen wir uns am Jahresbeginn und meinen, es möge gut werden. Im Rückblick auf das alte Jahr sehen wir, was alles gewesen ist. Gute und ungute Ereignisse gab es. Auch manche Bewahrung in schwieriger Lage war dabei. In einer Zeitung stand als Anzeige zu lesen: 'Ich danke Gott und dem Opelfahrer, der neulich auf der Bundesstraße durch geschicktes Bremsen mein falsches Überholen ausgeglichen und mir das Leben gerettet hat!' Drei Tage später erschien in derselben Zeitung an gleicher Stelle die Anzeige: 'Nochmal Schwein gehabt! Der Opelfahrer.' Welche Anschauung vom Leben haben wir? Ob ich sage 'Ich danke Gott' oder 'Schwein gehabt', gibt Auskunft, wie ich das Leben ansehe. Empfangen wir es als Geschenk von Gott oder sehen wir es als ein Ergebnis von Glück und Unglück an? Die Bibel verbindet beides. 'Gott nahe zu sein ist mein Glück' (Psalm 73,28), formuliert die Jahreslosung für 2014. Für den Beter des Psalms ist Glück, Gott nahe zu sein. Das heißt nicht, es ist ein Zufall, es heißt auch nicht, es ist geschickte Lebensplanung. Das Glück, von dem der Psalm spricht, ist Gottes Gabe. Er kennt unsere Wege. Er will mit uns gehen. Er hat sich mit uns verbunden, und davon lässt er sich nicht abbringen. Der Beter des Psalms hat allerdings eine Zeit gebraucht, bis er zu dieser Anschauung kam. Verloren fühlte er sich, wenn andere sich lustig machten über ihn und seinen Gott. Er vermisste eine starke Hand, die eingriff, wenn sie ihn auslachten. Es dauerte, bis er begriff: Gott ist an meiner Seite, auch wenn sich das manchmal ganz anders anfühlt. Er ist jedem Menschen nahe, der ihm vertraut. Er ist da wie die Sonne, auch wenn wir sie hinter Wolken verborgen nicht sehen können. Mit dieser Gewissheit kann ich getrost leben. 'Gott nahe zu sein ist mein Glück', die Jahreslosung wünscht uns, im neuen Jahr möglichst oft etwas vom Glück der Nähe Gottes erfahren zu können. In diesem Sinne: ein glückliches neues Jahr 2014!"

Frank Foerster, Pastor