Gnadenfrist für Bürger- und Heimatverein

Machen erst einmal im Vorstand weiter (von links): Gerda Negraßus, Thomas Gosewisch und Gudrun Sellmann.Foto: O. Krebs

Neuer Vorstand muss in den nächsten Monaten gefunden werden

Langenhagen (ok). Sie diskutierten mit Unterbrechung fast zwei Stunden, die 25 der insgesamt etwa 120 Mitglieder des Bürger- und Heimatvereins, waren sich aber anschließend nur in einem Punkt einig: Ihr Verein, den es schon seit 55 Jahren in der Stadt gibt und den der im vergangenen Jahr verstorbene langjährige Vorsitzende Ernst August Nebig geprägt hat, soll und darf nicht aufgelöst werden. Aber genau das steht im Raum, denn der aktuelle Vorstand um Thomas Gosewisch, Gudrun Sellmann, Gerda Negraßus und Horst Südkamp macht nicht mehr weiter. Bei der Jahreshauptversammlung wurden jetzt am Mittwoch einige Namen in den Raum geworfen – ein heißer Kandidat war allerdings nicht darunter und auch von den Anwesenden erklärte sich niemand bereit, die volle Verantwortung zu übernehmen. Zuarbeiten gern, aber bitte nicht in den Vorstand. Was tun? Christa Röder stand schlussendlich auf und sprach mit ihrem Vorschlag den Mitgliedern, die bis dahin weder ein noch aus wussten, aus der Seele: „Wir sollten die Sitzung vertagen, den Verein auf keinen Fall auflösen. Wichtig ist es, Mitglieder jetzt persönlich anzusprechen und klare Vorstellungen zu transportieren.“ Denn eines wurde während der Versammlung des Bürger- und Heimatvereins auch klar: Nicht nur die Altersstruktur – zwei Drittel der Mitglieder sind älter als 70 – stimmt nicht mehr, auch das Konzept passt nicht unbedingt. „Unsere eigentliche Aufgabe ist es, die politische Arbeit in der Stadt kritisch zu begleiten und eine Identifikation mit Langenhagen zu schaffen. In den vergangenen Jahren waren wir aber mehr ein Freizeitklub mit Vorträgen und Ausflügen“, merkte Horst Südkamp kritisch an.Impulse seien jetzt nötig, aber nicht nur der Vorstand, sondern alle Mitglieder stünden in der Pflicht. Vorsitzender Thomas Gosewisch ergänzte: „Der Verein muss aufgefrischt werden, ein neuer Wind wehen.“ Zunächst aber bleibt alles beim Alten, in etwa drei Monaten sollen dann die Karten neu gemischt werden – aus Sicht des Vorstandes möglichst mit mehr Mitgliedern, denn die Sitzung könnte dann in der Tat eine historische werden, wenn sich keine Kandidatinnen oder Kandidaten finden.