Godshorner Phantomschmerzen

Die Godshorner äußerten etliche, sachlich fundierte Vorschläge zur künftigen Nutzung des ehemaligen Schwimmbadgeländes in Godshorn: Wolfgang Fiedel... (Foto: D. Lange)
 
...Urte Tuntke und... (Foto: D. Lange)

Diskussion über die Nachnutzung des Schwimmbadgeländes

Godshorn(dl). Wer geglaubt hatte, die Godshorner würden ihr Schwimmbadtrauma mittlerweile überwunden haben, der sieht sich getäuscht. Nicht wenige haben am Verlust ihres Schwimmbades offenbar noch mehr oder weniger heftig zu knabbern. Soweit vierzehn Anwesende plus Ortsrat bei der Anhörung zur Nachnutzung des Schwimmbadgeländes ein repräsentatives Meinungsbild abgeben können. „Das Freibad wäre in diesem Sommer auf jeden Fall eine Goldgrube gewesen“, lautete die einhellige Meinung im Verlauf der weitgehend sachlich verlaufenen Diskussionsrunde im Dorfgemeinschaftshaus. Insgesamt verfestigte sich bei der Anhörung ein Trend, der sich in den zwei vorangegangenen Bürgerbefragungen, unter anderem im August mit den Godshorner Vereinen, bereits abgezeichnet hat. Da die Nachfrage nach Wohnbauflächen in Godshorn sehr groß ist, wäre eine Umnutzung des Geländes in Wohnen aus Sicht der Verwaltung zwar wünschenswert, zumal es sich um kommunales Bauland handelt. Allerdings betonte dagegen der Ortsrat in Godshorn, der Betrieb auf dem nahegelegenen Sportplatz des TSV Godshorn vertrage sich nicht mit dem Ruhebedürfnis der Bürger,: „Manche Leute wollen sonntags bei Kaffee und Kuchen auf der Terrasse sitzen und ihre Ruhe haben, andere wollen über Tore jubeln“, so CDU Ortsratsmitglied Ulrich Müller. Eine Wohnbebauung an dieser Stelle, so Müller, schaffe noch dazu eine Insellage weitab vom Schuss mit vorhersehbaren, infrastrukturellen Problemen und Einschränkungen insbesondere für mobilitätseingeschränkte Menschen. Das Ganze verbunden mit nicht unerheblichen Lärmbeeinträchtigungen durch die nahe Autobahn A 2 und den Sportplatzbetrieb. Außerdem sei eine Wohnbebauung in unmittelbarer Nachbarschaft der Hochspannungnetz-110kV-Freileitung auf dem Gelände nicht genehmigungsfähig. Eine gemeinsame Nutzung Wohnen und Sport scheidet daher für den Ortsrat aus den genannten Gründen aus. Da sei die Variante B, eine Nutzung für Sport und Freizeitgestaltung unter Einbeziehung der Godshorner Vereine schon realitätsnäher. Vorschläge dazu gibt es viele, deren Verwirklichung nicht zuletzt von den baulichen Gegebenheiten und damit in letzter Konsequenz vom finanziellen Gestaltungsspielraum abhängig sein werden. Beispiel Schwimmhalle. Die Meinung darüber, ob das Schwimmbad tatsächlich so marode ist, dass es komplett abgerissen werden muss oder ob ein Umbau beispielsweise des Hallenbades für eine mögliche Nachnutzung als Veranstaltungszentrum denkbar wäre, gehen weit auseinander. Je nachdem, wen man fragt, findet Detlef Euscher, Vorsitzender des Kulturrings in Godshorn, der aus diesem Grund die Einsetzung eines unabhängigen Gutachters befürwortet. Auf der Liste der Ideen und Anregungen, die im Lauf des Abends geäüßert wurden, steht die Anlage eines Naherholungsgebiets als dringend benötigte Grünfläche mit Trimm-Dich-Pfad, einem See, der im Winter zur Eislaufbahn wird oder alternativ eine vergleichbare Verwendung des Nichtschwimmerbeckens. Des weiteren auf der Liste: ein Treffpunkt für Jugendliche mit Skateranlage, Seilbahn und Fahrradübungsplatz für Kinder, eine Schießbahn für den Schützenverein, eine Tennishalle oder ein Kunstrasenplatz, der auch von anderen Vereinen genutzt werden könnte. Für Tim Julian Wook von der SPD-Fraktion im Ortsrat „soll das Gelände wieder, wie es das Schwimmbad auch gewesen ist, ein Ort für alle Generationen werden“ Dem kann sich angesichts der Ideensammlung des Abends auch der Vorsitzende des TSV Godshorn, Ulf Theusner anschließen.