Graffiti kann auch verschönern

Ayman (von links), Basil und Mourad legen letzte Hand an das Graffiti mit Clownfisch Nemo. Foto: A. Wiese

Streetart-Workshop der Kulturstiftung

Kaltenweide (awi). Die Wartehalle der Bushaltestelle am Jugendtreff Kaltenweide erstrahlt in neuem Glanz – in farbenfrohem Glanz und ist ein Musterbeispiel dafür, dass Graffiti – ein Begriff, der oft negativ besetzt ist – auch verchönern kann. An den Wänden der vorher durch Schmierereien verunzierten Wartehalle begegnet man nämlich jetzt dem Clownfisch Nemo, kann man durch ein Fenster von oben herab auf die Erdkugel schauen und lacht einen ein Halloween-Kürbis an. Entstanden sind diese Graffitis innerhalb von zwei Tagen in der ersten Herbstferienwoche erst in den Köpfen und dann aus von Jan, Basil, Ayman und Mourad geführten Sprühdosen.
Nicht nur Gabi Spier von der Kulturstiftung Langenhagen ist begeistert, auch Sabine Fries, Leiterin des Jugendtreffs versichert: „Es war richtig toll, den ganzen Prozess der Entstehung mitzubekommen, vom Brainstorming bis zum Sketching." Der eigentlich schon für März geplante Streetart-Workshop der Kulturstiftung Langenhagen wurde wegen der Coronapandemie im Frühjahr abgesagt und fand etzt in Zusammenarbeit mit dem Jugendtreff Kaltenweide in der ersten Herbstferienwoche statt. Das Projekt wurde durch die Abteilung 52 – Kinder, Jugend, Schule und Kultur und den Ortsrat Kaltenweide unterstützt. Die künstlerische Leitung liegt wie bereits beim Streetart-Workshop in Wiesenau in den Sommerferien bei dem Graffiti-Künstler Jonas Wömpner.
In der Wartehalle der Bushaltestelle, die an das denkmalgeschützte Gebäude des Jugentreffs Kaltenweide angrenzt, gab es seit Oktober 2019 illegale Graffiti, die auf Anfrage der Jugendtreff-Leiterin Sabine Fries von Jugendlichen neu gestaltet werden sollten. So holte Gabi Spier alle Genehmigungen zur legalen Gestaltung der Türen ein. Im Vorfeld wurde ein Hakenkreuz von der Tafel durch die Stadt Langenhagen entfernt, die auch Anzeige gegen unbekannt erstattete Die unschöne Schmierereien auf Klinker und alten Balken wurden dann auch noch von einem Fachbetrieb auf Veranlassung der Stadt Langenhagen entfernt. Den Jugendlichen hat diese Ferienbeschäftigung richtig Spaß gemacht, versicherten sie und Künstler Jonas Wömpner freute sich über ihre Kreativität und ihre Selbstständigkeit. Der Halloween-Kürbis war Aymans Idee, das Fenster geht auf das Konto von Jan, Mourad erfand das Alpaka auf der einen Tür als Hinweise auf den Alpaka-Hof im benachbarten Kananohe und das Aquarium mit Nemo ist Basil eingefallen. Schon in der zweiten Herbstferienwoche ging es mit einem Graffiti-Workshop im Haus der Jugend in Langenhagen weiter. Hier wurden vor allem die Flure und das Treppenhaus verschönert. „Jetzt haben wir schon acht Projekte in Langenhagen durchgezogen", betont Gabi Spier und stellt fest: „Nur der Westen mit Engelbostel und Schulenburg fehlt uns noch!"