Gravur auf dem Grenzstein

Setzten die Idee Ernst August Nebigs in die Tat um (von links): Jürgen Miethe, Vorsitzender des Bürger- und Heimatvereins Langenhagen, der stellvertretende Bürgermeister Willi Minne, Margit Reichardt, Lebensgefährtin des verstorbenen Ernst August Nebig, und Marianne Humpe, 1957 Mitbegründerin des Heimatvereins.Foto: D. Lange

Bürger- und Heimatverein markiert Symbol

Langenhagen (dl). Wie lange der große Findling schon vor dem Eingang zum Friedhof an der Grenzheide liegt, lässt sich heute nicht mehr zweifelsfrei feststellen. Es war aber immer ein besonderes Anliegen des im August 2012 verstorbenen Ortsheimatpflegers und langjährigen Mitarbeiters des Langenhagener Echo, Ernst-August Nebig, dass dieser Stein einmal eine Gravur trägt, die ihn als Symbol für die Grenze zwischen den Fürstentümern Calenberg und Lüneburg-Celle ausweist. Dessen Wunsch ist jetzt in Erfüllung gegangen. Der neue Vorstand des Bürger- und Heimatvereins Langenhagen mit Jürgen Miethe als Vorsitzenden hat dieses Vorhaben in die Tat umgesetzt und jetzt trägt der Stein nun endlich die Wappen der beiden Fürstentümer. Genau genommen stellt seit jeher die nahe Wietze den eigentlichen Grenzverlauf dar. Das ist aber auch schon die einzige Konstante in der komplizierten und jahrhundertealten Geschichte der Fürstentümer, in der Langenhagen eine recht wechselhafte Rolle spielen sollte. Seit dem Jahr 1248 gehörte Langenhagen nämlich zunächst zum Alten Haus Lüneburg bis zum Aussterben der Erbfolgelinie. Herzog Magnus führte nach dem Lüneburger Erbfolgekrieg ab 1373 das Fürstentum als Mittleres Haus Lüneburg weiter. Im Verlauf der weiteren Erbfolge kam Langenhagen um 1400 nach Wolfenbüttel und um 1495 nach Calenberg. Nach dem Aussterben dieser Linie fiel Langenhagen wieder an Wolfenbüttel zurück, bis 1634 das Haus Lüneburg wieder zum Zuge kam, das sich inzwischen in die Fürstentümer Calenberg und Lüneburg aufgeteilt hatte. Nach dem Tod von Herzog Ernst August gehörte Langenhagen schließlich zum Kurfürstentum und später bis 1918 zum Königreich Hannover. Die Besitzverhältnisse wechselten also recht häufig, wie man sieht und auch die Zahl der Fürstentümer blieb nicht immer gleich, sondern veränderte sich in diesem Zusammenhang mit der Zahl der jeweils vorhandenen Söhne des betreffenden Erblassers. Starb eine Erblinie aus, fielen die Fürstentümer zurück an die Linie, von der sie abstammten.