Große Hoffnung hinter einem kleinen Pieks

Der ärztliche Direktor der Paracelsus-Klinik Langenhagen, Michael Neubauer, lässt sich als einer der ersten Mitarbeiter impfen, um mit gutem Beispiel voranzugehen. (Foto: V. Pellio)
 
Das Impfteam der Paracelsus-Klinik Langenhagen mit FFP-2 Masken. (Foto: V. Pellio)

Impfstart in der Paracelsus-Klinik

Langenhagen.  Die ersten Mitarbeiter der Paracelsus-Klinik haben jetzt ihre erste von zwei Impfungen gegen das Corona-Virus erhalten, weitere Mitarbeiter folgen kurzfristig. Auch die zweite Impfdosis im Abstand von etwa drei Wochen ist bereits gesichert. Geimpft wird in der Klinik. Es werden zunächst die Mitarbeiter geimpft, die in besonders gefährdeten Bereichen arbeiten und damit der höchsten Risikogruppe angehören.
Die Impfdosen wurden „frei Haus“ in der Klinik angeliefert. Um einen reibungslosen und vor allen Dingen absolut sicheren Ablauf gewährleisten zu können, hat die Klinik eine Art Impfstraße in einem gesonderten Bereich des Krankenhauses aufgebaut, sodass in kurzer Zeit möglichst viele Mitarbeitende der Klinik geimpft werden können. Das ist wichtig, denn wenn der Impfstoff einmal von -70 Grad Celsius Lagertemperatur aufgetaut wird, muss er binnen weniger Stunden auch verimpft werden. Die Impfungen führen Ärzte der Klinik durch, die sich freiwillig dazu bereit erklärt haben. Das Team der Anästhesie führt die ärztliche Aufklärung durch, während Ärzte aus Hygiene und Innerer Medizin das Impfen übernehmen. Große Unterstützung gibt es zusätzlich aus Administration, Geschäftsführung und von den MTAs.
„Es werden zunächst diejenigen Mitarbeiter geimpft, die der höchsten Risikogruppe angehören, also Mitarbeiter von der Intensivstation, der Isolierstation und der Notaufnahme“, erklärt der medizinische Direktor der Klinik, Michael Neubauer. Dass die Impfbereitschaft der Klinik relativ hoch ist, liegt seiner Ansicht nach an der intensiven Aufklärung seitens der Klinikleitung und der verantwortlichen Hygieneärztin  Karolin Graf, die als Expertin auch die gesamte Klinikgruppe mit ihren 18 Standorten zu Fragen rund um die Hygiene und zum Umgang mit der Pandemie berät. Eine Mitarbeiter-App des Klinikunternehmens stellt ebenfalls regelmäßig Informationen zur Verfügung, und zwar seit Ausbruch der Pandemie vor einem Jahr. „Skepsis oder Ablehnung gegenüber einem neuen Impfstoff ist ganz häufig Folge von zu wenig Wissen – deshalb betreiben wir so intensiv Aufklärung, so dass unsere Mitarbeiter wirklich aktuell informiert sind“, erklärt Karolin Graf die relativ hohe Impfbereitschaft von fast 80 Prozent bei den Mitarbeitern der höchsten Risikogruppe.
„Hinter dem kleinen Pieks steht für uns große Hoffnung“, erklärt Klinikmanager Carsten Riedel zum Auftakt der internen Impfungen. „Für Mitarbeiter und Patienten bedeutet die Impfung eine hohe Sicherheit und endlich eine Möglichkeit, das Virus einzudämmen und zu bekämpfen. Wenn man in den letzten Wochen und Monaten miterlebt hat, wie der Virus wütet und was er anrichten kann, setzt man in den Impfstoff große Hoffnung für einen Weg zurück in die Normalität“, so Neubauer.
Aseptische Bedingungen beim Anmischen, konstante Temperaturen, einzelnes Aufziehen auf die Spritzen, eine umfangreiche Dokumentation, Einwilligungserklärungen, Impfzeugnisse, Dokumentation für die Behörden, eine exakte Terminierung der freiwilligen Impflinge - es gehört eine große Portion Logistik und Organisation seitens der Klinik dazu, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten und keine einzige Impfdosis zu verschwenden.
In den folgenden Wochen erhält die Klinik weitere Lieferungen des Impfstoffes, so dass bis ende Februar jeder Impfwillige zweifach geimpft werden kann. Als eine der ersten lässt sich Dr. Michael Neubauer impfen: „Ich möchte mit gutem Beispiel voran gehen und hoffe natürlich, dass sich möglichst viele Menschen impfen lassen, sobald das möglich ist“.