Grundschüler machen Kommunalpolitik

Wenn alles gesagt ist, wird abgestimmt mit Handzeichen oder Stimmkarte. (Foto: D. Lange)

Der Kinderrat tagt in der Friedrich-Ebert-Schule

Langenhagen (dl). Grundschüler regieren Langenhagen. Soll ein neues Krankenhaus gebaut werden? Mehr Wohnungen und mehr Initiativen zum Umweltschutz? Weniger Schulunterricht in Containern und mehr Stadtgrün? Über diese und viele anderen Fragen debattierte in der Friedrich-Ebert-Schule der jüngste Stadtrat aller Zeiten. Erdacht und ausgearbeitet wurde das Planspiel Kinderrat von den Bundesfreiwilligendienstlern der Initiative „Politik zum Anfassen“, die im ganzen Bundesgebiet mit Planspielen zur politischen Bildung Kinder und Jugendliche an Politik beteiligen und ihnen Lust auf kommunale Demokratie machen will. Das Projekt Kinderrat ist ein Beitrag, Schülerinnen und Schülern Themen und Entscheidungsprozesse in der Kommunalpolitik nahe zu bringen. Im Vorfeld zur Ratssitzung haben die Kinder mit Unterstützung einiger Politiker aus dem Langenhagener Stadtrat ein ambitioniertes Papier ausgearbeitet mit Ideen und Anträgen in Form von Beschlussvorlagen zu Themen aus ihren Lebens- und Erfahrungsbereichen. Auch wenn die Grundschüler zu einzelnen Themen anfänglich viele Ideen aus ihrem ganz eigenen Erfahrungsbereich entwickelten, bei den Abstimmungen zur endgültigen Themenauswahl änderte sich das Bild: die Kinder begannen, die Perspektive zu wechseln und ein Thema von mehreren Seiten zu beleuchten. Am Ende der zweitägigen Vorbereitung auf die Sitzung wurden dann weitgehend jene Themen ausgewählt, die für eine größere Zahl von Menschen relevant sind. Ein Entwicklungsprozess, der auch in der Ratssitzung zum Ausdruck kam. Nach der Eröffnung der Kinderratssitzung durch die Vorsitzende Ulrike Jagau, im richtigen Leben ist sie die stellv.Vorsitzende des Stadtrats Langenhagen und Mitglied der Grünen, machte Jagau die 61 Ratsmitglieder mit den üblichen Abläufen einer Ratssitzung vertraut, erläuterte die Sitzordnung der Fraktionen, stellte die Beschlussfähigkeit fest und wies auf die im Langenhagener Stadtrat übliche Bürgerfragestunde hin. An ihrer Seite Bürgermeister Mirko Heuer, der gelegentlich erklärend in die regen Debatten eingriff. Zu den Themen der jeweiligen Beschlussvorlagen entstanden durchweg ausgiebige Debatten im Gremium mit reger Beteiligung der Kinder, die viele kluge Argumente zum Ausdruck brachten. Was letztendlich dazu führte, dass angesichts der großen Zahl von Themen und der zur Verfügung stehenden Zeit die Zahl und Dauer der Redebeiträge eingeschränkt werden musste. Und auch wenn die Entscheidungsfindung bei manchen Themen auf den ersten Blick eindeutig schien, so konnten sich im Verlaufe der Diskussionen dann doch die besseren Argumente durchsetzen mit entsprechenden Einflüssen auf die Abstimmungsergebnisse.