Gutachter bestätigen „Besser als vermutet“

Baulicher Zustand des Rathauses ermittelt

Langenhagen (gg). „Aus Gerüchten werden Glaubensfragen. Dem wollten wir vorbeugen“, so die Erklärung von Stadtbaurat zur Beauftragung eines umfangreichen Gutachtens – eine Bestandsaufnahme zum baulichen und energetischen Zustand des Rathauses. Zwei Ingenieurbüros (Hannover und Braunschweig) haben sich damit befasst und die Ergebnisse in der jüngsten Sitzung des Stadtplanungsausschusses vorgestellt. „Außer einigen leicht behebbaren Mängeln alles gut!“, so ihre Botschaft. Schlimmeres war vorab befürchtet worden, denn es gab in den vergangenen Jahren Wassereintritt nach Starkregen. „Die Decke ist dicht. Die Überläufe kamen durch verstopfte Fassadenrinnen“, so das Untersuchungsergebnis. Klagen der Mitarbeiter im Rathaus gibt es zur sommerlichen Wärme in den Büros und unbrauchbarem Sonnenschutz, da der Textilschirm einen Geruch freigibt. Die Ingenieure empfehlen neue Fenster mit dreifacher Verglasung und eine neue Schattierung. Die Decken in den Büros sollen von der Verkleidung befreit werden, um Sichtbeton als thermische Fläche zu nutzen. Handlungsbedarf gibt es in Bezug auf die Haustechnik. So seien die drei Aufzüge in die Jahre gekommen, Ersatzteile kaum noch zu beschaffen. Die Lüftungsanlage sei abgängig und eine Aufrüstung der Elektrotechnik notwendig. Die Sachverständigen empfehlen neue Türen für die Büros. Diese sollen verglast sein, um Licht in die Flure zu bringen. Das Mobiliar stammt größtenteils aus dem Erstbezug des Gebäudes im Jahr 1983. Teeküchen seien zu dunkel, um als attraktive Orte angenommen zu werden. „Viele Mitarbeiter haben daher Wasserkocher in ihren Büros“, so die Feststellung. Auch die Sanitärräume sollen eine Verjüngungskur bekommen. Zur Tiefgarage führt eine Rampe, die mit einer neuen Straßenheizung ausgestattet werden müsste, damit Schnee und Eis schmelzen. „Rund fünf Millionen Euro würden die Maßnahmen kosten“, so die Information des Stadtbaurates an die Ratsmitglieder. Auf Nachfrage von CDU-Ratsherr Dietmar Grundey bestätigte Carsten Hettwer die ungeklärte Urheber-Rechtslage mit den Erben des Architekten Dieter Oesterlen, aber „bei Abriss-Entscheidungen greift das Urheberrecht nicht“.
SPD-Ratsherr Wolfgang Langrehr stellt fest: „Nur rund die Hälfte der Verwaltungsmitarbeiter sind im Rathaus untergebracht, mehrere Fachdienste sind in angemieteten Büros ausgelagert. Für die Planung eines Rathaus-Erweiterungsbaus ist diese Bestandsaufnahme wichtig.“