Hallengroßbrand an der Hanseatenstraße

Die Langenhagener Feuerwehr kämpfte bei dem Lagerhallenbrand mehrere Stunden gegen die Flammen. Foto: Stephan Bommert (Foto: Stephan Bommert)
 
Zwei Drehleitern waren im Einsatz, um von oben gegen das Feuer vorzugehen. Foto: Stephan Bommert (Foto: Stephan Bommert)

Mehr als 500.000 Euro Schaden nach technischem Defekt

Langenhagen. Am Mittwoch ist es an der Hanseatenstraße in Langenhagen zu einem Brand in einer dreiteiligen Lagerhalle eines Reifenhandels gekommen. Dabei wurde die Halle vollständig zerstört. Auch ein angrenzendes Wohnhaus und eine weitere Lagerhalle wurden in Mitleidenschaft gezogen. Ein Feuerwehrmann und ein Polizist wurden bei den Einsatzmaßnahmen verletzt. Gegen 9.10 Uhr wurde die Lage- und Führungszentrale von einem Zeugen über einen Brand in einer Lagerhalle an der Hanseatenstraße  informiert. Im
hinteren Teil des Gebäudes, in dem Reifen und Schmierstoffe gelagert waren,
war ein Feuer ausgebrochen. Die Einsatzkräfte rückten aus. Die Löscharbeiten gestalteten sich aufwendig und langwierig. Die Brandermittler untersuchten am Donnerstag die Halle auf mögliche Brandursachen. Die Polizei geht aktuell von einem technischen Defekt an der Stromleitung in einer Zwischendecke aus. Der entstandene Schaden wird auf über 500.000 Euro geschätzt.
Für die Ortsfeuerwehr Langenhagen lautete der erste Einsatzbefehl „unklare Rauchentwicklung in einem Gewerbeobjekt“. Passanten hatten den Notruf abgesetzt.
In der Erkundung konnte Zugführer Marcel Hofmann die gemeldete Rauchentwicklung aus einem Hallentor bestätigen. Das Objekt (eine dreigeteilte Hallo mit rund 1.000 Quadratmeter Grundfläche) ist im nördlichen und südlichen Bereich mit Toren versehen. In diesen Abschnitten finden sich auch größere gepflasterte Flächen. Auf der nördlichen Fläche war zudem recht nahe am Objekt ein Lastwagen abgestellt. Im Westen grenzt mit gut zwei Meter Abstand eine weitere Halle an. Im Osten befindet sich ein ebenfalls nicht weit entferntes Wohnhaus. In einem ersten Step verschaffte sich die Feuerwehr Zugang zu dem verschlossenen Hallenkomplex. Dafür wurde mit einer Motorsäge das Hallentor eingeschnitten. Zwei Atemschutztrupps konnten noch in den ersten Einsatzminuten in das Objekt vordringen. Doch bereits nach wenigen Minuten wurden beide Trupps zurückgezogen. Die im Objekt vorherrschende Wärme wurde schlagartig stärker. Ebenso nahm die Rauchentwicklung spürbar zu. Kurze Zeit später brannte das Dach an mehreren Stellen durch.
Bereits um 9.24 Uhr, also parallel mit den ersten Maßnahmen am Objekt, wurde die Alarmstufe von b1 auf b2 erhöht und die Ortsfeuerwehr Langenhagen im Vollalarm sowie die Ortsfeuerwehren Kaltenweide und Krähenwinkel alarmiert. Ebenso wurde das Bedienpersonal des Einsatzleitwagen 2 hinzugezogen. Nach dem abgebrochenen Innenangriff wurde ein umfangreicher Außenangriff aufgebaut. Diese Maßnahmen beschränkten sich jedoch zunächst auf den Aufbau einer Riegelstellung zu den westlich und östlich gelegenen Gebäuden. Die Wärmestrahlung war immens. Ein Übergreifen auf die anliegenden Gebäude konnte grundsätzlich verhindert werden. Jedoch haben beide Gebäudefassaden Schaden genommen, so Stadtfeuerwehrsprecher Stephan Bommert in seinem Bericht.
Gegen 9.30 Uhr hat Stadtbrandmeister Arne Boy die Gesamteinsatzleitung übernommen und die Einsatzstelle in einen nördlichen und einen südlichen Brandabschnitt unterteilt. Um 9.44 Uhr wurde auf die Brandalarmstufe b3 erhöht. Gut zehn Minuten später wurde die Ortsfeuerwehr Godshorn und weitere zehn Minuten später die Ortsfeuerwehr Schulenburg angefordert. Durch die Unterteilung der Einsatzstelle wurde um 9.50 Uhr eine zweite Drehleiter von der Flughafenfeuerwehr hinzugezogen. Die Ortsfeuerwehr Engelbostel hat ab 10.20 Uhr ihr Feuerwehrhaus besetzt und wurde um 10.43 Uhr schlussendlich auch zur Einsatzstelle beordert.
Problematisch gestaltete sich von Anfang an die Wasserversorgung. Der intensive Außenangriff konnte in Teilen nicht wie geplant umgesetzt werden. Die Förderleistungen der umliegenden Hydranten reichte, bei weitem nicht aus, um alle abgebenden Rohre zu versorgen. Weiteres Löschwasser musste deshalb über viele 100 Meter gelegte Schlauchleitungen herbeigeführt werden. Anwohner des nahestehenden Wohnhauses konnten im Verlauf noch mehrere Hunde aus dem Haus in Sicherheit bringen. Während der Löscharbeiten verletzte sich ein Feuerwehrmann am Handgelenk. Durch einen Schlauchplatzer wurde ein Polizeibeamter verletzt. Er wurde in einem Krankenhaus behandelt. Um 15.21 Uhr konnte dann „Feuer aus“ gemeldet werden.
Im Gebäude verbrannten mehrere Autos, Motorräder, Gabelstapler und viele hundert eingelagerte Reifen.Im Außenangriff wurden sieben C-Rohre, zwei Wenderohre über die beiden Drehleitern und ein Wasserwerfer eingesetzt. Das Löschwasser wurde über eine 800 Meter lange Leitung von der Walsroder Straße, eine 300 Meter lange B-Leitung von einer Zisterne und einer weiteren B-Leitung vom etwa 350 Meter entfernten Rehkamp herbeigeführt. Ferner wurden Löschwasser aus drei Hydranten auf der Hanseatenstraße entnommen. Insgesamt wurden 75 Atemluftflaschen verbraucht.101 Einsatzkräfte waren in die Löscharbeiten eingebunden, 35 Einsatzfahrzeuge vor Ort. Der Einsatz zog sich bis spät in den Abend. Nach dem gegen 17 Uhr die letzten Einsatzfahrzeuge wieder gesäubert und aufgerüstet waren, liefen um 17.30 Uhr erneut Meldungen über eine Rauchentwicklung auf. Die Nachlöscharbeiten zogen sich bis 20 Uhr hin.