Hans Dieter Bader in Hochform

Ernst Müller gab die Einsätze für das Mitklatschen beim berühmten Radetzky-Marsch. (Foto: K. Raap)

Tolles AWO-Konzert mit Ernst Müller und vielen Gästen

Langenhagen (kr). Ein tolles Konzert für die Arbeiterwohlfahrt der Region Hannover lieferte Ernst Müller mit dem Hausorchester des Prinzen von Hannover im restlos ausverkauften Forum ab. Riesenbeifall für Melodien aus Franz Lehárs Operette "Die LustigeWitwe" und aus der "Maske in Blau" mit dem Dauerbrenner "Ich hab mein Herz in Heidelberg verloren", dazu Wiener Melodien zum Mitschunkeln. Aber Ernst Müller begeisterte auch mit swingenden Arrangements. "Die Glenn-Miller-Parade" mit der nach wie vor aktuellen Nummer "In the Mood" kam ebenso gut an wie der Titel "Hootenanny", in dem sich alle Instrumentalgruppen des bestens aufgelegten Orchesters schwungvoll und präzise vorstellten. Eine flotte Interpretation präsentierte das Orchester auch mit dem Welthit "Hello Dolly". Kein Müller-Konzert ohne den von Johann Strauss (Vater) komponierten und am 31. August 1848 uraufgeführten Radetzky-Marsch. Mit diesem Stück wird traditionell jedes Jahr das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker beendet, und der Dirigent gibt vor, an welcher Stelle mitgeklatscht wird. Das beherrscht Ernst Müller übrigens seit Jahrzehnten. Eine Erstaufführung war Ernst Müllers Komposition "Lebensfreude", die er seiner langjährigen, 2011 verstorbenen Ärztin Mechthild Bach schon zu deren Lebenszeiten gewidmet hatte.

In ausgezeichneter Form präsentierte sich Kammersänger Hans Dieter Bader, abwechselnd begleitet vom versierten Konzertpianisten Dennis Proshayer und vom Orchester. Schon das erste Stück, das Lied von "Kleinzack" aus Hoffmans Erzählungen, der Phantastischen Oper von Jacques Offenbach, geriet zu einem Glanzstück. Der Tenor brillierte mit großer Stimme und seinen mimischen Qualitäten. Und in ähnlicher Qualitiät ging es weiter beim berühmten "Wolgalied" aus der Operette "Der Zarewitsch" und Gerhard Winklers "Chianti-Lied". Mit viel Gefühl interpretierte Hans Dieter Bader den Titel "So leb`dein Leben", ursprünglich ein französisches Chanson, für das übrigens Paul Anka den englischen Text "My Way" für den großen Sänger Frank Sinatra beisteuerte.

Mit schönem Ton, aber auch mit einiger Nervösität, trug Rebecca Lehmann, Schülerin der Musikschule Langenhagen, das Adagio aus dem wunderschönen Klarinetten-Konzert von Wolfgang Amadeus Mozart vor, am Klavier begleitet von Denis Prohayer. Und der unterstützte dann auch den "Chor plus 50" aus Isernhagen, der unter der Leitung von Anne Drechsel einen eindrucksvollen Einblick in sein Repertoire gab. Ein Höhepunkt sicherlich die Wiedergabe von Edward Elgars englischer Kulthymne "Land of Hope and Glory" aus dem Marsch "Pomp & Circumstances". Den größten Beifall gab es für die ebenso schwungvolle wie witzige Interpretation von "Veronika der Lenz ist da", mit dem die unvergesslichen "Comedian Harmonists" schon vor rund sieben Jahrzehnten für Furore sorgten. Im Vorprogramm gab "Teufelsgeiger" Charly Neumann mit Melodien aus Oper, Operette und Volksmusik seine musikalische Visitenkarte ab. Durch das Programm führte mit vielen kurzweiligen Informationen Detlef Leonenko. Zum Auftakt des Konzerts hatte Bürgermeister Friedhelm Fischer, Schirmherr der Veranstaltung, ein herzliches Dankeschön an alle mitwirkenden Musiker gerichtet, ähnlich wie Cornelia Lütge von der AWO Langenhagen. Sie betonte, dass der Reinerlös für soziale Zwecke in Langenhagen verwendet würde. Benefiz-Konzerte für die AWO bestreitet Musikdirektor Müller übrigens seit über 35 Jahren.