Hauptzollamt Hannover zieht Bilanz

Zahlen, Daten und Fakten: Einnahmen in Höhe von 1,5 Milliarden Euro

Langenhagen. Die Zollverwaltung erzielt Jahr für Jahr rund die Hälfte der Steuereinnahmen des Bundes. Im Jahr 2018 waren das 141 Milliarden Euro.
Damit sichert der Zoll die finanzielle Leistungsfähigkeit des Staates und ermöglicht wichtige Zukunftsinvestitionen in Bildung, Familie, Forschung und Infrastruktur.
Das Hauptzollamt Hannover mit seinen Dienststellen in Lüneburg, Soltau, Verden, Celle, Hannover, Hameln und Holzminden ist mit rund 1,5 Milliarden Euro an diesen Einnahmen beteiligt.
Die aufkommensstärksten Steuern waren die Einfuhrumsatzsteuer mit 591 Millionen Euro, die Kraftfahrzeugsteuer mit 320 Millionen Euro, die Energiesteuer mit 257 Millionen Euro und die Stromsteuer mit 200 Millionen Euro.
Weiter wurden 33 Millionen Euro Zölle, die an die EU nach Brüssel abgeführt werden, erhoben. Auch das Land Niedersachsen profitiert von den Einnahmen des Hauptzollamts Hannover. Rund 8,7 Millionen Euro Biersteuer wurden an die Landeskasse abgeführt.
Im Jahr 2018 waren 650 Zöllnerinnen und Zöllner für das Hauptzollamt Hannover im Einsatz.
Seit einigen Jahren ist das Hauptzollamt Hannover wieder zuständig für die Einstellung und Ausbildung der eigenen Nachwuchskräfte.
Die zweijährige Ausbildung und das dreijährige duale Studium bieten Ausbildung auf hohem Niveau. Ausbildungs- und Praxisphasen wechseln sich dabei ab und bauen aufeinander auf.
Im vergangenen Jahr absolvierten 85 Nachwuchskräfte ihre Ausbildung beim Hauptzollamt Hannover.
Zum 1. Januar 1993 entfielen die Zollkontrollen an den Grenzen zu den EU-Mitgliedsstaaten. Die Kontrolltätigkeiten wurden in das Landesinnere verlagert und werden seitdem durch die Kontrolleinheiten Verkehrswege durchgeführt.
Im vergangenen Jahr überprüfte die Kontrolleinheit Verkehrswege des Hauptzollamts Hannover insgesamt mehr als 7.100 Personen und 4.500 Fahrzeuge. Dabei gab es zahlreiche Beanstandungen. Sichergestellt wurden 100.000 Zigaretten, 310 Kilogramm Tabak, 3.600 Gramm Marihuana, 1.000 Gramm Amphetamin, 60 Waffen und verbotene Gegenstände.
Im Zusammenhang mit diesen Feststellungen wurden vier Personen festgenommen.
Bei den Kontrollen wurden außerdem 234 Vollstreckungsaufträge mit einer Summe von 52.000 Euro bearbeitet. In über 200 Fällen wurden insgesamt 13.000 Euro Kraftfahrzeugsteuer erhoben.
Illegale Beschäftigung, Schwarzarbeit und Sozialleistungsbetrug schädigen die Gemeinschaft. Deshalb ist es wichtig, dass der Staat entschlossen gegen Verstöße vorgeht.
Das Hauptzollamt Hannover hat im Jahr 2018 rund 6.300 Personen überprüft. Zusätzlich liefen bei 1.500 Arbeitgebern Prüfungen der Geschäftsunterlagen.
Im Zusammenhang mit diesen Prüfungen wurden 3.000 Strafverfahren und 700 Bußgeldverfahren abgeschlossen. 700.000 Euro Geldstrafen wurden durch Urteile und Strafbefehle von den Gerichten verhängt. Das Hauptzollamt Hannover setzte 650.000 Euro an Geldbußen fest.
Die ermittelte Schadenssumme belief sich auf zehn Millionen Euro. Mehr als 18 Jahre Haftstrafen wurden von den Gerichten verhängt.
Leistungsbetrug war hier das vorherrschende Delikt. Leistungsbetrug liegt vor, wenn ein Arbeitnehmer neben dem Bezug einer Sozialleistung einer Erwerbstätigkeit nach-geht und diese dem Leistungsträger nicht anzeigt.
Der Prüfungsdienst des Zolls stellt durch Kontrollen bei den Wirtschaftsbeteiligten sicher, dass die Vorschriften des Zoll-, Verbrauchsteuer- und Außenwirtschaftsrechts eingehalten werden.
Das Hauptzollamt Hannover führte im Jahr 2018 mit seinem Prüfungsdienst 1.300 Prüfungen und Überwachungsmaßnahmen bei den Wirtschaftsbeteiligten durch.
Nach Auswertung der Prüfungsergebnisse wurden zwei Millionen Euro nach- oder zurückgefordert. Im gleichen Zeitraum wurden rund 460.000 Euro zu viel gezahlte Steuer erstattet.
Außerdem wurden im Zusammenhang mit den Prüfungen 24 Ermittlungsverfahren eingeleitet.
Die enormen Warenströme, die heute "just in time" fließen, kann der Zoll nur mit moderner Verfahrens- und Logistiktechnik bewältigen, um Kosten und Zeitaufwand in Grenzen zu halten, die gleichmäßige und gerechte Abgabenerhebung sicherzustellen und zugleich die Sicherheit der Lieferkette zu gewährleisten.
Mit den IT-Verfahren Atlas (Einfuhr Drittlandswaren), AES (Ausfuhr Gemeinschafts-waren), EMCS (verbrauchsteuerpflichtige Waren) und NCTS (Versand) stehen Zoll und Wirtschaft effiziente IT-systeme zur Verfügung.
Damit können Unternehmen alle Warensendungen von, nach und durch Deutschland elektronisch anmelden und abwickeln. Import- und exportorientierte Unternehmen können außerdem bei allen zollrechtlichen Abfertigungsprozessen Vereinfachungen beantragen, womit sich in aller Regel der Gang zum Zollamt erübrigt. Das spart allen Beteiligten Kosten und Zeit.
Durch den weltweiten Internethandel ist auch die Anzahl der bearbeiteten Postsendungen der Zollämter des Hauptzollamts Hannover erneut gestiegen. Abgefertigt wurden im Jahr 2018 insgesamt rund 54.000 Päckchen und Pakete.
Dabei wurden – wie in den Vorjahren – Verstöße gegen das Washingtoner Artenschutzübereinkommen, Plagiat und Waren die gegen Sicherheitsstandards verstoßen, festgestellt.
Schwierig war mitunter die Abgrenzung zwischen Medikamenten und im Ausland frei verkäuflichen Waren. Nahrungsergänzungsmittel, Naturheilmittel oder Vitamine werden in Deutschland häufig als Arzneimittel eingestuft und dürfen deshalb durch Privatpersonen nicht eingeführt werden.
Am Flughafen Hannover-Langenhagen werden Reisende aus Drittländern und Frachtgut aus aller Welt von rund 90 Zöllnern und Zöllnerinnen abgefertigt.
Einige Reisende mussten einen kurzen „Zwischenstopp“ bei der Zollkontrolle einlegen.
Bei diesen Kontrollen wurden 120.000 Zigaretten und 71 Kilogramm Tabak sichergestellt. Für mitgebrachte Waren wurden rund 700.000 Euro Abgaben für erhoben.
Bei Bargeldkontrollen wurden rund 400.000 Euro Barmittel gefunden, die trotz Befragung nicht angemeldet wurden. Die Einleitung von Bußgeldverfahren war die Folge.
Auch im Jahr 2015 wurden leider auch wieder Verstöße gegen das Washingtoner Artenschutzübereinkommen festgestellt. Zu den „Souvenirs“ gehörten Korallen und Affenschädel und Antilopenhörner.
Auch die Einfuhr von Milch- und Fleischprodukten unterliegt weiter strengen Regelungen. Zum Schutz der menschlichen Gesundheit wurden wieder über 3.000 Kilogramm Lebensmittel eingezogen.
Im Luftfrachtbereich wurden 100.000 Warenpositionen in der Einfuhr und 660.000 Warenpositionen in der Warenausfuhr registriert.
Mehr als 3.000 Plagiate aus den Bereichen Bekleidung, Schmuck und Technik wurden bei den Einfuhrabfertigungen festgestellt.
Die Einnahmen des Zollamts Flughafen lagen mit 174 Millionen Euro deutlich über dem Vorjahresergebnis (143 Millionen Euro).
Das Zollamt Hannover-Nord ist örtlich für die Stadt und Region Hannover und für Teile des Landkreises Nienburg zuständig.
26.500 Postpakete aus Drittländern wurden im vergangenen Jahr abgefertigt.
Plagiate gehörten auch im Jahr 2018 wieder zum „Alltag“ der Zöllner. Die „beliebtesten“ Plagiate waren Textilien, Sportartikel und Uhren. Ebenso wurden auch wieder Waren angehalten, die aufgrund der Produktsicherheit nicht eingeführt werden dürfen.
In der Wareneinfuhr wurden 274.000 Warenpositionen zollamtlich behandelt. Die Wirtschaftsbeteiligten meldeten rund 4.800.000 Warenpositionen zur Ausfuhr an.
Ein- und ausgeführt wurden Lebensmittel, technische Waren, Waren des Versandhandels, Chemikalien, Textilien, Fahrzeuge und Fahrzeugteile.
Im Zusammenhang mit der Warenabfertigung erzielte das Zollamt Hannover-Nord Einnahmen in Höhe von rund 73 Millionen Euro.
Das Zollamt Messe ist für alle zollamtlichen Abfertigungen von Messegütern auf dem Messegelände Hannover zuständig.
Im Jahr 2015 wurden 1.350 Warenpositionen im Einfuhrbereich abgefertigt. Das Zollamt Messe erzielte Einnahmen in Höhe von 800.000 Euro.