Heinrich Luft feiert 100. Geburtstag

Heinrich Luft weiß auch im Alter von 100 Jahren noch spannend und detailreich zu erzählen. Foto: D. Lange

Geistig fit und sehr kommunikativ

Langenhagen (dl). Nicht jedem ist es vergönnt, 100 Jahre alt zu werden. Noch dazu geistig fit und auch sonst bei passabler Gesundheit, mal abgesehen von altersentsprechenden Einschränkungen. Heinrich Luft gehört zu jenen Menschen, die in ihrem langen Leben viel erlebt haben und auch davon erzählen können. Ihm zuzuhören ist außerordentlich spannend und im Laufe des Gesprächs fragt man sich mehr als einmal, wie es möglich ist, dass jemand aus einer Zeit, die 70 bis 80 Jahre zurück liegt, noch heute derart detailreich berichten kann. Geboren in Karlsbad im Sudetenland, wie es damals hieß, dem heutigen Tschechien, sind die Erinnerungen an Daten, Orte und die Erlebnisse aus dem Zweiten Weltkrieg noch heute sehr präsent. Über manches aus dieser Zeit mag er nicht reden, da schweigt er und man kann ihm ansehen, wie es ihn noch heute bewegt. Die Vertreibung aus dem damaligen Sudetenland gegen Ende des Krieges ist so ein Thema und als Soldat der damaligen Wehrmacht blieb ihm auch die Kriegsgefangenschaft nicht erspart. Heinrich Luft, der nach dem Krieg Zeit seines beruflichen Lebens im Staatsdienst beschäftigt war, verbindet die Jahre des Wiederaufbaus in Deutschland im wesentlichen mit dem Aufbau der Infrastruktur im Land. Darüber hinaus war er ab 1949, der Zeit der ersten Diskussionen um eine Wiederbewaffnung des besiegten Deutschlands, am Aufbau der heutigen Bundeswehr mitbeteiligt. Als Staatsdiener und Geheimnisträger in dieser Funktion war Luft automatisch zur Verschwiegenheit verpflichtet, was er noch heute ernst nimmt und sich über Details lieber ausschweigt. Seine Aufgabe brachte über viele Jahre eine berufsbedingte, ständige Reisetätigkeit durch das Land mit sich, um die einzelnen Standorte von Heer, Marine und Luftwaffe in Deutschland zu besuchen. Anfangs wohnte Heinrich Luft nach dem Krieg in Meyenfeld bei Garbsen, später in Berenbostel. Zwischenzeitlich auch in Hannover, bevor er seiner Frau zuliebe mit ihr nach Berlin zog. Der Tod seiner Frau veranlasste Heinrich Luft allerdings dazu, der Stadt später wieder den Rücken zu kehren. Kinder sind aus der Ehe nicht hervorgegangen. Auch wenn sein Beruf ein Großteil seiner Aufmerksamkeit forderte, so ließ er es sich dennoch nicht nehmen, mit seiner Frau etliche Urlaubsreisen zu unternehmen. Außerdem hatten die beiden als Rückzugsort für einen Kurzurlaub am Wochenende einen Dauerstellplatz für ihren Wohnwagen auf dem Campingplatz am Springhorstsee bei Großburgwedel.