Hilfe für Kinder ohne Deutsch?

Probleme in den Schulen nicht mehr lösbar

Kaltenweide (gg). Mit immer größeren Aufgaben sieht sich die Lernhilfe Kaltenweide, eine ehrenamtliche Initiative, konfrontiert. Die Lernhelfer kümmern sich im Absprache mit den Lehrern der Grundschule Kaltenweide um Schüler, die Unterstützung brauchen. Die Kinder kommen nach dem Unterricht in das Nie´t Hus, um unter Betreuung und Anleitung zu wiederholen und zu festigen, was im Unterricht vermittelt wurde. Lesen, schreiben, rechnen – je nach individuellem Bedarf wird geübt, damit kein Schüler den Anschluss verpasst. Die Gefahr besteht besonders dann, wenn die Schüler nicht Deutsch als Muttersprache sprechen, aber „Kinder lernen schnell“, erklärt Sigrid Könneke, Initiatorin der Lernhilfe, zu den Fortschritten. Problematisch sei die Situation, wenn Kinder gar keine Deutschkenntnisse haben. Sigrid Könneke berichtet, dass es für diese Kinder in der Schule keinen Förderunterricht Sprache gibt. „Da wird von Inklusion geredet, dabei bekommen nicht einmal die Schüler eine Unterstützung, die mit der normalen EU-Freizügigkeit mit ihren Eltern aus dem Ausland kommen und hier zurecht kommen sollen. Das macht mich richtig wütend und es ist sehr traurig für die Schüler. Sie sitzen im Unterricht und verstehen nichts.“ In den Klassen sei das Problem nicht mehr lösbar, „die Klassenlehrer werden von der Landesschulbehörde allein gelassen“, meint Sigrid Könneke mit Erfahrung aus jahrelangem Schuldienst vor ihrem Ruhestand. Justyna Szarleja, Integrationsbeauftragte in der Stadtverwaltung, bestätigt: „Für die betroffenen Schüler ist das wirklich schlimm, wie ein kleines Trauma, das sie nie ganz loswerden.“ Szarlejy sorgt sich in Zusammenarbeit mit dem Integrationsbeirat um Hilfe. So sollen die Forderungen an die Landesschulbehörde nach Einrichtung von Sprach-Lern-Klassen formuliert und mittels einer Übersicht aller betroffenen Schüler ein Konzept für Soforthilfe in Langenhagen erarbeitet werden. Klar ist, dass die zugezogenen Schüler eine Vielzahl von Muttersprachen mitbringen, entsprechend schwer wird es sein, Gruppenunterricht zu organisieren. Ideal wäre Einzelunterricht, wie ihn die Lernhilfe leistet, aber Sigrid Könneke schränkt ein: „Die ehrenamtlich geleistete Lernhilfe ist nicht dazu da, Probleme in dieser Größenordnung zu lösen.“