Hinterfragen statt konsumieren

Die Klasse 8E stellt im Gymnasium die Antwortschreiben zum Thema Kinderarbeit an Schautafeln dar. (Foto: G. Gosewisch)

Projekt zum Thema Kinderarbeit zieht Spuren

Langenhagen (gg). Mit dem Thema „Kinderarbeit“ hat sich die Klasse 8E am Gymnasium beschäftigt. Den Anstoß gab eine ARD-Dokumentation „H&M-Check“, die die Textilproduktion im Auftrag der gleichnamigen Handelskette in Fernost zeigt. Gesundheitsbelastende Arbeitsbedingungen und geringe Entlohnung wurden dargestellt. Politiklehrer Ingo Sprick entwickelte eine Diskussion und motivierte die Schüler, zu hinterfragen und aktiv zu werden. Die Schülerinnen und Schüler erstellten 30 individuelle, aber über die Verwendung von gleichen Satzbausteinen trotzdem vergleichbare Briefe, die sie an die Textilwarenkette H&M schickten – darin Fragen, warum Kinder in der Produktion arbeiten dürfen, warum die Arbeitsbedingungen nicht verbessert werden und vieles mehr. Mit Spannung wurden die Antworten des Konzerns erwartet. Inzwischen sind sie eingetroffen, wurden verglichen und ausgewertet. Die Ergebnisse wurden auf einer Schautafel in der Aula ausgestellt. „Wir waren überrascht, dass H&M gar nicht abstreitet, dass es schlechte Bedingungen gibt“, sagt Loris Ferich im Namen der Klasse. Leonie Baumann, Nina Knabe und Melanie Günther ergänzen: „Alle Antwortschreiben enthielten Standard-Sätze und Internet-Links, mit denen H&M aufzeigen will, dass sie etwas dagegen tun wollen. Sie sagen, dass sie nicht alles kontrollieren können und nicht für alles verantwortlich sind.“ Als enttäuschend empfinden die meisten Schüler die Öffentlichkeitsarbeit des Konzerns, immerhin sei es gut, dass sie überhaupt geantwortet haben. Viele Schüler fragen sich nun, ob es gut ist, mit dem Kauf der Kleidung, einen Konzern mit einer solchen Produktion zu unterstützen. Die Diskussion unter den Schülern geht weiter, offene Fragen wie „Gibt es Alternativen auf dem Weltmarkt?“ werden im Politikunterricht erörtert.