„Hinterher haben es alle perfekt drauf"

Am Freitag ging es für die Musikschüler für eine intensive Probenzeit nach Föhr.

Wie seit 21 Jahren: Aufbruch zur Musikschulfreizeit nach Föhr

Langenhagen​. Normalerweise unterscheiden sich Vorher- und Nachherbilder bei Jugendfreizeiten meist durch die Tiefe der Augenringe oder den Zustand der Klamotten: Nach zehn Tagen im Schullandheim dürfte mancher Teilnehmer nicht mehr ganz so frisch aussehen. Am übernächsten Montag allerdings werden sich die Bilder gegen Abend auf dem Parkplatz des Schulzentrums auf ganz andere Weise von jenen dieses Morgens unterscheiden: „Dann“, so verspricht es Cheforganisator Stefan Polzer zwischen Bussen, Koffern und unzähligen Gitarrentaschen, „werden alle unseren Freizeittanz perfekt draufhaben.“ An diesem Freitag jedoch tanzen vor allem die Betreuer vor staunenden Kindern und applaudierenden Eltern, bevor es zur Musikfreizeit nach Föhr geht.
Seit 1996 organisiert die Musikschule Langenhagen in jedem Jahr eine solche Reise. Ging es die ersten beiden Male noch in den Osterferien nach Schönberg bei Kiel, ist seither das Schullandheim auf Föhr in den Sommerferien das Ziel. Unter den 134 Kindern sind diesmal 85 Musiker, der Rest sind, so Polzer, zum Teil deren Freunde oder auch andere Kinder, die sich nicht daran stören, dass ein gewaltiger Teil der Freizeit den Proben gehört. Allerdings nicht nur für den Tanz. Vor allem geht es um das Einstudieren eines gemeinsamen Stückes. Und damit die Musiker dafür auch insbesondere die geballte Kraft der Schlaginstrumente nutzen können, dank derer sich die Musikschule einen Ruf erarbeitet hat, begleitet die drei Reisebusse ein eigener Lastkraftwagen voller raumgreifender Instrumente.
Das Landschulheim auf Föhr hat die Musikschule denn auch aus guten Grünen für sich allein. „Wir blockieren für die Proben der einzelnen Stimmen so ziemlich jeden Gruppenraum“, sagt Polzer. Wie die Wetterprognose für die kommenden eineinhalb Wochen auch lauten mag, ist deshalb für ihn eine lässliche Nebensache. „Zum einen haben wir dort oben oft Inselwetter: An der Küste ist schlechtes Wetter, aber bei uns scheint die Sonne. Zum anderen kann der Strand noch so locken – geprobt wird auf jeden Fall.“ Lediglich im vergangenen Jahr geriet die Freizeit in eine der heißesten Wochen des Dürresommers. „Da gab es rund um das Schullandheim keinen einzigen Grashalm mehr.“
Fünf Lehrkräfte der Musikschule begleiten die Fahrt, dazu kommen 16 Betreuer. Alle sind ein eingespieltes Team, wie es am Freitagmorgen scheint. Polzer seufzt. „Da stecken elf Monate Vorbereitung drin“, sagt er und richtet seinen Blick bereits etwas weiter. „Die nächste Freizeit“, antwortet er einem fragenden Vater, „ist im kommenden Jahr vom 17. bis 27. Juli.“