Historische Events für die ganze Familie

Immer noch ein imposantes Gebäude: Die 1908 gebaute alte Krähenwinkeler Schule erhält jetzt eine Tafel mit erläuternden Texten und Bildern. Foto: K.Raap

Krähenwinkel feiert einen Ortsnamen mit 400-jähriger Tradition

Krähenwinkel (kr). Mit vier attraktiven Veranstaltungen will die Ortschaft Krähenwinkel die erstmalige Erwähnung des heutigen Ortsnamens vor 400 Jahren feiern. Der Festausschuss mit Ortsbürgermeister Andreas Hartfiel, seinem Vertreter Hannes Milatz, Ortsratsmitglied Gabi Spier, Kirchenvorstand Reinhard Brendel und DRK-Vorsitzenden Horst Waldfried will mit seinen Aktivitäten nicht nur die Einheimischen, sondern auch die anderen Langenhagener ansprechen und Krähenwinkel als eine liebens- und lebenswerte Ortschaft vorstellen, die nichts von ihrem dörflichen Charme verloren hat. Die Auftaktveranstaltung geht am Sonnabend, dem 5. Mai, zwischen 14 und 17 Uhr auf dem Gelände des Hotel- und Restaurants Jägerhof über die Bühne. Geplant ist eine Bewirtung zu historischen Preisen mit Hirschbratwurst, Hägersuppe, Bier und nichtalkolholischen Getränken. Auch musikalische Einlagen dürfen nicht fehlen. Eine halbe Stunde zuvor wird Andreas Hartfiel mit dem Enthüllen einer Hoftafel an der alten Schule, Walsroder Straße 314, seine erste offizielle Amtshandlung im Rahmen der 400-Jahre-Veranstaltungen vollziehen. Um 14 Uhr läuft dann eine ähnliche Aktion am Jägerhof. Mit den betextetenTafeln sollen (das ECHO berichtete) historisch interessante Gebäude vorgestellt und erläutert werden. Die immer noch imposant anzuschauende 1908 erbaute alte Schule wurde zunächst als eine einklassige Volksschule mit Unter-, Mittel- und Oberschule geführt. Einziger Lehrer bis 1921 war August Asche, dem erst dann eine zweite Kraft zur Seite gestellt wurde. Als die Schule auch nach Erweiterungen in den Jahren 1925, 1950 und 1958 letztlich aus den Nähten platzte, wurde 1967 eine neue Grundschule an der Wiesenstraße geplant. Aus Krähenwinkel nicht wegzudenken ist der Jägerhof, der im September seinen 75. Geburtstag feiert. Die Küche des Restaurants ist oft prämiiert worden und gehört seit 30 Jahren zur renommierten Gesellschaft Confrerie de la Chaine des Rotisseurs. Über 75 behagliche Einzel- und Doppelzimmer verfügt der Hotelbereich, der 2011 mit dem vierten Stern ausgezeichnet wurde.
Ganz im Zeichen der Historie steht die "Entdeckertour entlang der Tafeln" am Sonntag, 20. Mai. Um 11 Uhr treffen sich alle Interessenten an der alten Verwaltungstelle Auf dem Moorhofe. Sie erhalten dort eine Karte mit den 15 anzulaufenden Punkten. Diese dorfgeschichtliche Tour kann zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Pkw absolviert werden. Jeder, der mit Stempeln von vier Kontrollstellen zurückkehrt, erhält einen Button. Hoch her gehen soll es am Sonntag, 10. Juni auf dem "Bauernmarkt Kreyenwinkell". Auf dem ältesten noch voll bewirtschafteten Hof der Familie Schmidt-Nordmeier ist vom 10 bis 17 Uhr ein fröhliches Volksfest für die ganze Familie geplant. Für diesen Termin hat das EU-Projekt Pferdestärken Langenhagen seine Unterstützung angekündigt. Altertümliche Wettkämpfe laufen am Sonnabend, 1. September beim TSV Krähenwinkel-Kaltenweide am Waldsee. Vor allem die Jüngeren können sich messen bei Angeboten wie Hufeisenwerfen, Nagelbalken, Bogenschießen, Steinweitwurf, Seilziehen, Schubkarrenrennen und Löschwasserschleppen. Natürlich finden in diesem Jahr auch die längst traditionellen Veranstaltungen statt wie das Erntedank- und Gemeindefest, der Weihnachsmarkt sowie ein Konzert in der Matthias-Claudius-Kirche.
Ein Blick zurück in die Anfänge: Im Jahr 1612, also vor 400 Jahren, verfasste der damals hier residierende Vogt Heinrich Clawe ein Erbregister. Darin schrieb er auf, was zu seinem Amt gehörte, welche Steuern wann zu zahlen waren, und wer in den Dörfern wohnte. Gleich in seiner Vorbemerkung erwähnte er Krähenwinkel. Darin hieß es: Zu dem fürstlichen Vogthof gehören die Untergerichte der ganzen Vogtei, ausgenommen "16 Meyerleute auf dem Kreyenwinkel", deren Steuerzugehörigkeit er für 800 Gulden den Wernern zu Pattensen verschachert hatte, die Meier damit nicht mehr steuerlich zu Langenhagen gehörten. Gabriele Spier war es übrigens gewesen, die die kleine historische Sensation entdeckt hatte. Und zwar beim Recherchieren in den von Helmut Biermann verfassten unzähligen Abhandlungen über die Geschichte Krähenwinkels. Der unvergessene, 2003 im Alter von 90 Jahren verstorbene ehemalige Gemeindedirektor hatte der Stadt Langenhagen eine 23 Aktenordner umfassende Chronik in Wort und Bild zur Verfügung gestellt, die das Archiv vor zehn Jahren in drei gebundenen Bänden mit insgesamt rund 1.000 Seiten herausbrachte.