Hospizverein gründet Stiftung

Vorstand und Kuratorium wollen die Stiftung auf einen guten Weg bringen.Foto: D. Lange

Erträge sollen die Arbeit in Zukunft fördern

Langenhagen (dl) „Sterben gehört zum Leben und darf nicht länger ein Tabuthema sein. Schwerstkranke sollen die Möglichkeit haben, in häuslicher Umgebung und in Würde zu sterben“. Dies war einer der Grundgedanken, der vor 20 Jahren zur Gründung des Hospizvereins Langenhagen führte und auch heute noch seine Gültigkeit besitzt. Die Gründerinnen selbst, unter ihnen die Bestatterin Brigitte Naethe, hatten seinerzeit in ihrem unmittelbaren Umfeld zahlreiche Fälle erlebt, wo Schwerstkranke in anonymen Krankenhäusern und High-Tech-Kliniken quasi abgeschoben von ständig wechselndem und für diese schwere Aufgabe nur unzureichend ausgebildetem Pflegepersonal mehr schlecht als recht betreut wurden. Brigitte Naethe sah sich damals sogar dem Vorwurf ausgesetzt, sie verbinde als Bestatterin mit ihrer Mitgliedschaft ausschließlich kommerzielle Interessen. Der Verein hat es sich dagegen zur Aufgabe gemacht, den Sterbenden neben der medizinischen bis zuletzt auch eine psychologische, mentale und schmerztherapeutische Betreuung im Kreis ihrer Angehörigen zuteil werden zu lassen. Das ist es, was die Hospizler „Sterbekultur“ nennen. „Dazu ist es wichtig und notwendig, eine Bindung herzustellen zwischen dem Patienten und dem Betreuer. Wir legen deshalb Wert darauf, dass sowohl die schwerstkranken Patienten als auch deren Angehörige immer von derselben Person betreut werden“, sagt Gerhard Friebe, 2. Vorsitzender des Vereins und Stiftungsverwalter. Brigitte Naethe weiß aus eigener beruflicher Erfahrung, wie wichtig es ist, die Angehörigen auch nach dem Tod des Patienten nicht alleine zu lassen. „Trauer ist Chaos, Ängste und Wut“, sagt sie. Mittlerweile wurden durch gesetzliche Neuregelungen den Schwerstkranken zwar das Recht auf eine Sterbebegleitung zugesprochen, was zur Folge hat, dass auch Kliniken und professionelle Pflege- und Betreuungseinrichtungen bei entsprechender Zusatzausbildung des Personals für ihre Sterbebegleitungen Zuschüsse von den Krankenkassen erhalten. Damit befindet sich der Verein letztlich aber in einer Konkurrenzsituation gegenüber den professionellen Pflegeeinrichtungen. Deren Besuche der Sterbebegleiter seien zeitlich eng getaktet und würden nach Minuten abgerechnet. Die ebenfalls ausgebildeten Palliativkräfte des Hospizvereins hingegen arbeiteten ausschließlich ehrenamtlich und im Interesse des Patienten sowie dessen Angehörigen und nicht nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten. Durch diese Entwicklung ist der Verein deshalb mehr denn je auf Spenden angewiesen, um auf Dauer gegenüber den professionellen gesundheitsmedizinischen Einrichtungen bestehen zu können. Jedenfalls war das anfangs gesteckte Ziel des Vereins, der Bau eines stationären Hospizes, mit den vorhandenen Mitteln nicht zu realisieren, auf der anderen Seite drohte der Verlust der Gemeinnützigkeit, weil das Steuerrecht hier einen „zeitnahen Mittelverbrauch“ vorsieht. Aus diesem Grund entschloss sich der Verein, den Betrag, der die Liquiditätsreserve von zwei Geschäftsjahren übersteigt, in eine selbstständige Stiftung zu überführen. Aus deren Erträgen soll künftig die Hospizarbeit in Langenhagen weiter gefördert werden. Somit bleibt der Kapitalgrundstock erhalten oder erhöht sich sogar durch Spenden mit steigenden Zinserträgen. Der Verein als Gründer der Stiftung hat seinen ehemaligen langjährigen Vorsitzenden, Pastor Burkhard Straeck, als Vorstandsvorsitzenden der Stiftung eingesetzt. Sein Stellvertreter ist der jetzige 1. Vorsitzende, Frank Sporleder, und zu Kuratoren wurden Brigitte Naethe, Caroline v. Blanckenburg, Barbara Reißig und Jörg Klezcka berufen.