"Ich sehe Perspektivlosigkeit"

Corona-Pandemie: Kinder und Jugendliche brauchen soziale Kontakte

Langenhagen (ok). Ein Jahr Pandemie: Viele Erwachsene sind von dem Wort Corona mittlerweile genervt, aber Kinder und Jugendliche leiden regelrecht. und werden in ihrer Entwicklung gehemmt. So sind zumindest die Erfahrungen der zuständigen Fachbereichsleiterin bei der Stadt Langenhagen, Heidi von der Ah. "Die Kinder spielen in Rollenspielen den Corona-Alltag nach." Oft werde im Spiel  Abstand gehalten oder der Mund-Nase-Schutz aufgesetzt. Die Kinder würden in der Sprachentwicklung zurückgeworfen, vertrauensbildende Maßnahmen seien notwendig, Angebote für zu Hause gebe es wie im ersten Lockdown nach wie vor. Etwa zur Bewegung und Entspannung, aber auch Videos und Briefe. Heidi von der Ah: "Erwachsenenängste übertragen sich. Das kann traumatische Folgen haben." Die Erzieherinnen und Erzieher seien die "Helfer des Alltags", das Kita-Personal müsse fachlich begleitet und vor Ort qualifiziert werden. Mit den Erziehungsberatungsstellen gebe es eine Kooperation und digitale offene Elternabende würden angeboten. Auch die Schulen sind seit einem Jahr im Ausnahmezustand, nur die Abschlussklassen kommen zurzeit im Wechselmodell. Und das wird sich wegen der hohen Inzidenz bis zu den Osterferien wohl auch nicht  mehr  ändern. Timo Heiken, Schulleiter an der IGS Langenhagen, sieht vor allen Dingen Probleme für die Schülerinnen und Schüler, die Probleme haben, sich selbst zu organisieren. Die Schulsozialarbeit helfe aber, wo sie nur kann. Die Abschlussklassen seien sehr konzentriert und fokussiert; die größten Probleme sehe er bei den Klassen fünf bis acht, die schon seit Mitte Dezember nicht mehr in der Schule waren Gerade im Jahrgang sieben und acht tauchten Einzelne komplett ab. Timo Heiken: "Ich sehe bei einigen Perspektivlosigkeit." Und die Überlegungen seien natürlich auch, wie es danach weiterginge. Für Sozialdezernentin Eva Bender soll so viel geöffnet werden, wie möglich ist, ohne natürlich die Infektionskurve außer acht zu lassen. Impfen und Testen sei natürlich wichtig. Das Team der Kindertagespflege fährt am jetzt ins Impfzentrum, die mobilen Teams kommen in die Kitas. "Fast 100 Prozent wollen sich impfen lassen", sagt Eva Bender. Für sie gilt die Hauptbotschaft, dass auch viele unorthodoxe Wege gegangen werden müssen, um die Kinder in die Bildungseinrichtungen zu bringen. Auch in der IGS Langenhagen soll es jetzt langsam mit den Selbsttests losgehen.
Stadtjugendpfleger Andreas- selbst Vater dreier Kinder-sieht das viele Freizeitaktivitäten, gerade in Vereinen, im Moment wegbrechen. Lachmann: "Die Abnabelung in so genannten Peer-Groups findet nicht mehr statt. Die Jugendlichen werden zwangsläufig wieder mehr in die Familien eingebunden." Die Redebedarf sei hoch, um die Situation verarbeiten zu können. Er sei froh, dass es in Langenhagen im Gegensatz zu anderen Kommunen noch Angebote in den Jugendtreffs oder den digitlen Jugendraum gebe und auch die Präsenzangebote in den Osterferien gut frequentiert seien. Mehr unter www.langenhagen.de. So sei es wenigstens möglich, sich mit einem eigenen Hygiene- und Raumkonzept in kleinen Gruppen zu treffen. Für Bürgermeister Mirko Heuer, selbst Vater eines jugendlichen Sohnes, ist das ganz wichtig. Sein Sohn habe ihm gesagt, dass ihm wegen Corona ein Jahr seiner Jugend geklaut werde. Darüber machten sich Erwachsene oft keine Gedanken, aber soziale Kontakte und dás Miteinander lernen seien immens wichtig.