IGS-Schüler protestieren gegen Kindersoldaten

Die beiden Schüler Meik Willmann (von rechts) und Frederick Metzdorf übergeben an den Staatsminister bei der Bundeskanzlerin Hendrik Hoppenstedt im Beisein von IGS-Leiter Timo Heiken 248 gesammelte Handabdrücke.

Angehende Abiturienten übergeben Staatsminister Hendrik Hoppenstedt 249 Abdrücke

Langenhagen. Das Schicksal der Kindersoldaten in Kriegsgebieten hat Meik Willmann und Frederick Metzdorf aufgewühlt und nicht mehr losgelassen. Die angehenden Abiturienten hatten sich diverse Beiträge sowohl im Fernsehen als auch im Internet angeschaut. Im vergangenen Schuljahr haben sie deshalb während eines sozialen Projektes an der IGS Langenhagen von Mitschülern – speziell jenen des sechsten Jahrgangs – rote Handabdrücke gesammelt, die als Zeichen des Protestes gelten.
Innerhalb von nur zwei Wochen sind 249 dieser stummen Protestnoten zusammengekommen. Eigentlich ist der Internationale Tag gegen den Einsatz von Kindern als Soldaten erst am 12. Februar. Doch so lange konnten Willmann und Metzdorf angesichts der anstehenden Abiturklausuren nicht warten – und zogen die Aktion vor. „Wir wollten wirklich etwas Soziales machen“, begründet das der 18-jährige Metzdorf. „Und ein Zeichen setzen“, ergänzt der ein Jahr ältere Willmann. Die beiden Schüler haben nicht nur Handabdrücke gesammelt. Sie konnten dem jüngeren Jahrgang auch die Thematik näherbringen.
Ihre Sammlung haben sie nun dem Staatsminister im Bundeskanzleramt, Hendrik Hoppenstedt, bei einem Besuch an der IGS mitgegeben. Hoppenstedt versprach, diese in Berlin an die zuständigen Stellen weiterzugeben. Denn auch im Bundestag werde Jahr für Jahr an dem Internationalen Tag mit einem Handabdruck in roter Farbe an die Schicksale der Kindersoldaten erinnert, sagte er.
IGS-Leiter Timo Heiken hob hervor, wie wichtig es gerade sei, in sechsten Klassen auf die Rote-Hand-Aktion aufmerksam zu machen. Denn in dem Jahrgang würden erstmals im Unterricht die Rechte und der Schutz ihrer Altersgenossen in aller Welt und vor allem in Kriegsgebieten thematisiert. Die Aktion werde jedes Jahr von der internationalen Kinderschutzorganisation Terre des Hommes initiiert.
Damit soll erreicht werden, dass das Rekrutieren von Kindern für militärische Einsätze ebenso wie die Werbung dafür verboten und vielmehr der Schutz und die Bildung für geflohene Kindersoldaten im Vordergrund stehen müssen. Zudem sollte mehr Geld für Hilfsprogramme bereitgestellt und ein Verbot von Waffenlieferungen in Gebiete, in denen Kindersoldaten eingesetzt werden, durchgesetzt werden.
Hoppenstedt bezeichnete die Handabdrücke als „nachdrückliches Zeichen“. Denn viele Bürger sähen im Ausnutzen der Kinder als Soldaten einen „signifikanten Verstoß gegen Kinderrechte“. Er erinnerte dabei daran, dass den Kindersoldaten selbst ja die eigene Kindheit geraubt werde. Mehr noch: „Durch die Indoktrinierung werden sie vom Opfer zum Täter, auch wenn sie das als Opfer machen.“ Hoppenstedt wertet das als eine „Hypothek für das ganze Leben“ und bezeichnet diese Art der Ausbeutung als „besonders perfides Verbrechen“.
Nur mit viel gesellschaftlichem und politischem Druck könnte diese Form „der Verrohung aller menschlichen Umgangsformen“ gestoppt werden, meint Hoppenstedt. Aus diesem Grund zollte er den beiden angehenden Abiturienten für ihre Aktion Lob und Respekt: „Ich finde es klasse, dass Sie das machen.“