"Ihr tut Kaltenweide gut"

Der Ehrenvorsitzende Wilfried Rau bei seinem Rückblick auf die Vereinsgeschichte. Foto: E. A. Nebig
 
Der Vorsitzende Rolf Wesner sparte in seinem Grußwort nicht mit Kritik.Foto: E. A. Nebig

Bürgerverein sparte nicht mit Kritik in Sachen Zelleriehaus

Kaltenweide (ne). Um sich mehr für ihre damals noch eigenständige Gemeinde zu engagieren und konstruktive Kritik an der Arbeit des Gemeinderates zu üben, gründeten sieben alteingesessene Kaltenweider am 9. Februar 1961 den Bürgerverein Kaltenweide. Sie erarbeiteten eine Satzung und ließen ihre Vereinigung in das Vereinsregister beim Amtsgericht Hannover eintragen. Jetzt wurde der Verein 50 Jahre alt, Anlass für eine Feierstunde im Schützenhaus. Musikalisch umrahmt wurde die Jubiläumsveranstaltung vom Musik- und Spielmannskorps Kaltenweide unter der Leitung von Horst Fabig. Nach der Begrüßung der Ehrengäste, an der Spitze Bürgermeister Friedhelm Fischer und Ortsbürgermeister Wolfgang Langrehr, durch den 1. Vorsitzenden Rolf Wesner und Grußworten etlicher Gäste, hatte der Ehrenvorsitzende Wilfried Rauh das Wort. Er ließ kurz die Geschichte des Vereins, dessen Wirken für die Dorfgemeinschaft und die dabei errungenen Erfolge Revue passieren. Dabei meinte er unter anderem, dass es besser sei zu handeln als immer nur Forderungen zu stellen, denn Einwohnerwünsche müssten auch realisierbar sein. Mit dieser Einstellung sei der Verein stets gut gefahren. Wilfried Rauh, der auch Mitglied im Bürger- und Heimatverein Langenhagen ist, war der dritte 1. Vorsitzende in der Vereinsgeschichte. Vor ihm führten Herbert Lorenz und der verstorbene Ehrenvorsitzende Hermann Brüggemann die Vereinsgeschicke. Heute setzt sich die Vorstand des Bürgerverein Kaltenweide wie folgt zusammen: 1. Vorsitzender Rolf Wesner, 2. Vorsitzender Joachim -Horst Schorlies, Schatzmeisterin Sieglinde Leonenko und Schriftführerin Michaela Pankow. Ehrenvorsitzender ist Wilfried Rauh, Gründungs- und Ehrenmitglied Fritz Deike. Der Verein, so der heutige Ehrenvorsitzende in seinen Ausführungen zur Historie, habe in der Vergangenheit viel zum Wohle der Einwohnerinnen und Einwohner in Kaltenweide sowie im Weiherfeld erreicht. Über Jahrzehnte hinweg habe er Überzeugungsarbeit geleistet, Wege zum Miteinander geebnet und dazu beigetragen, Probleme in der Ortschaft zu lösen. So sei unter anderem die Höchstfahrgeschwindigkeiten begrenzt worden. Auch auf die Bauplanungen im Weiherfeld habe man Einfluss nehmen können. Als größten Erfolg des heute 37 Mitglieder umfassenden Vereins bezeichnete Rauh den Bau der Lärmschutzwand an der A 352. Bereits kurz nach seiner Gründung habe der Verein eine unabhängige Wählergemeinschaft bei den Gemeinderatswahlen unterstützt und später die Schaffung eines Verkehrsausschusses angeregt, da damals der Ausbau des Flughafens und die Planung derAutobahneckverbindung angestanden hätten. Als Beispiele für kulturelle Aktivitäten in der Vergangenheit nannte Rauh die Restaurierung der bei Bauarbeiten wieder aufgefundenen Reste des Kronprinzen-Denkmals in Hainhaus. Bei den Ansprachen wurde auch auf die von der Stadt beanspruchten Räume der Kaltenweider Vereine im Zelleriehaus Bezug genommen. Die seien vor Jahren von den Vereinen auf eigene Kosten ausgebaut worden und würden bis heute genutzt, darunter auch vom Bürgerverein. Hier wolle man ein Problem lösen, schaffe dafür aber gleichzeitig mehrere neue, merkte der 1. Vorsitzende Rolf Wes ner in seinem Grußwort kritisch an. Ortsbürgermeister Wolfgang Langrehr griff das Thema auf, dankte dem Verein für seine Aktivitäten und versprach, sich für eine akzeptable Lösung der Raumfrage im Ortsrat einzusetzen. Langrehr: „Ihr tut Kaltenweide gut!“ Auch Bürgermeister Friedhelm Fischer ging in seinem Grußwort auf die sachlich vorgetragene Kritik ein und sagte: „Angesichts neuer Herausforderungen darf es kein Diskussionstabu geben. Niemand hat bisher gesagt, die Vereine dürfen das Haus künftig gar nicht mehr nutzen. Wir müssen jetzt aber im Dialog eine gemeinsame Lösung suchen.“ Aufmunternde Grußworte gab es auch unter anderem von Seiten der Feuerwehr, der Liedertafel Kaltenweide und dem benachbarten Bürger- und Heimatverein Langenhagen, der die Zusammenarbeit verstärken möchte.