Im Nationalpark unterwegs

Naturfilmer mit dem Händchen für phantastische Aufnahmen - Ulrike Hügel (rechts) und Uwe Gohlke. (Foto: K. Woidtke)

Naturfilmer zeigen Motive aus Norwegen

Langenhagen. Faszinierende Bilder aus Norwegen lieferte der Vortrag der Naturfilmer Ulrike Hügel und Uwe Gohlke. Sie waren auf Einladung des NABU-Ortsvereins in der VHS im Eichenpark. „Dass die beiden in Langenhagen ihren Namen als Geheimtipp haben, sieht man daran, dass wir ausgebucht sind“, so die Begrüßung des NABU-Vorsitzenden Ricky Stankewitz.
Ulrike Hügel und Uwe Gohlke bereisten den Karst-Nationalpark in Norwegen 2015 zum ersten Mal. Begeistert von der einzigartigen Landschaft stellten sie aus ihren Aufnahmen einen kleinen Film zusammen, der eigentlich für den privaten Kreis gedacht war. Im Jahr 2016 unternahmen die beiden eine weitere Reise zum Láhko, auf der sie von einem befreundeten Fotografen begleitet wurden. Exclusiv für den NABU Langenhagen wurde nun aus beiden Reisen ein Vortrag zusammengestellt.
Seit 2012 ist der Láhko, der 50 Kilometer nördlich des Polarkreises liegt, Nationalpark. Informationen zu diesem schönen Flecken Erde sind allerdings noch rar. Umso mehr freute es die Naturfilmer, dass sie per Zufall in Norwegen den Autoren eines Buches über den Nationalpark trafen, der ihnen wertvolle Tipps zum Láhko geben konnte. Auf dem Weg zum Nationalpark sind sie an imposanten Wasserfällen, blau schimmernden Gletschern, wilden Flüssen und einem Marmorschloss vorbeigekommen. Am Strand entdeckten sie sogar einen Hamburger, obwohl weit und breit kein Restaurant in der Nähe war. Unterwegs sollten die Naturfilmer noch weitere Steinformationen sehen, die ihre Phantasie beflügelten.
Ein Höhepunkt im wahrsten Sinne des Wortes war der Aufstieg in den Nationalpark über eine hölzerne Treppe. Über 1.000 Stufen und 300 Höhenmeter galt es zu bezwingen. Auf dem Felsplateau angekommen kam dem Paar neben der einzigartigen Landschaft mit den wild zerklüfteten Gesteinsformationen auch ein Alpenschneehuhn mit seinen Küken vor die Kamera. Die leben neben Moorschneehühnern das ganze Jahr gerne dort. Durch den hohen Kalkgehalt im Boden gibt es im Láhko eine vielfältige Pflanzenwelt und dadurch eine große Zahl von Insekten, die Nahrung für die Vögel sind. Typisch für den Nationalpark sind Pflanzen wie die Alpenpechnelke, der Schneeenzian und der Rosenwurz. Dessen Knolle nutzten schon die Wikinger zur Stärkung des Immunsystems.
Der gebänderte Marmor, der im Nationalpark zu finden ist, ist das Resultat von Plattentektonik. „Hier wird klar, woher der Marmorkuchen seinen Namen hat“, erklärte Uwe Gohlke schmunzelnd den Gästen des Vortrages. Grauer und gelber Marmor erinnerte an das Fell eines Tigers. Beeindruckend waren auch die Bilder, die die Naturfilmer aus einem Höhlensystem mitgebracht hatten. Kohlensäurehaltiges Wasser schoss hier einst durch Spalten und schuf so die Höhlen. „Die sind touristisch nicht erschlossen und bei Regen werden die Gänge in kürzester Zeit geflutet“, erklärte Uwe Gohlke und wies darauf hin, dass man bei einer Besichtigung vorsichtig sein soll. Zum Abschluss des interessanten Vortrages bat er mit den Worten „Nimm nichts anderes mit als Bilder, hinterlasse nichts als deine Spuren, zerstöre nichts und schlage nichts tot - außer der Zeit!“ darum, die geschützte Natur lange zu erhalten.
Weitere Informationen zu den Vorträgen der Naturfilmer gibt es auf der Internetseite www.hügel-und-gohlke.de