Image des „schwarzen Manns“ hat endgültig ausgedient

Die Auszubildenden Kevin Bärg (links) und Maik Lindemann (rechts) zeigen Lukas Schröder aus der 8.4, wie ein Rohr zusammengesetzt wird. (Foto: O. Krebs)

27 Firmen stellten sich den IGS-Achtklässlern bei der Berufsweltorientierung vor

Langenhagen (ok). Berufsweltorientierung an der IGS Langenhagen: Ein Projekt, bei dem die Schülerinnen und Schüler vielleicht nicht nur ihren Traumjob finden können, sondern auch etwas fürs Leben lernen. 27 Firmen haben sich jetzt in der IGS Langenhagen bei den Achtklässlern vorgestellt. Etwa die Commerzbank, wo auch das Binden einer Krawatte angesagt war. Logisch, spielt das richtige Outfit bei den Kreditinstituten doch eine große Rolle. Wie fast alle Unternehmen, klagt der Bankensektor auch über Nachwuchsmangel. Es fehlen vor allen Dingen die geeigneten Bewerber, werden doch heutzutage hohe Anforderungen – gerade in Sachen persönlicher Beratung – gestellt. Ein Problem, das auch Frank Menzen von Conti kennt. „Viele Bewerber fallen schon beim Eignungstest durch, gerade bei mathematischen Fragestellungen. Besonders Textaufgaben bereiten große Schwierigkeiten.“ Bent Ole aus der 8.1 war vom Beruf des Schornsteinfegers beeindruckt. So viel Technik, das hatte er nicht vermutet. Und in der Tat: Heute geht es mehr um Immissionen und Emissionen, die gemessen werden, das Image des „schwarzen Manns“ hat ausgedient. Sein Klassenkamerad Timo fand es bei der Polizei sehr interessant, die genauso wie die Bundeswehr unter den Achtklässlern um Nachwuchs geworben.
„Jungen lackieren Nägel, Mädchen löten“, macht Sebastian Saul von UP Consulting deutlich, dass Jeder etwas ausprobieren soll. Auch Exotisches wie bei REWE. Dort gab es eine Exotenverkostung to go, und die Kinder durften ordentlich für ihre eigenen kulinarischen Kreationen schnibbeln und schälen. Für den Kaufmann im Einzelhandel ist es wichtig, die einzelnen Frucht- und Gemüsesorten zu kennen. Beispiel gefällig: Was ist denn eigentlich eine Future-Melone?
„Bock auf'n Bock“ hieß es bei der Spedition Böhm, die den anspruchsvollen Beruf des Berufskraftfahrers vorstellte, der einen hochmodernen Lastwagen mit digitaler Technik über die Straßen steuern muss. Umweltschonendes Fahren spielten in der dreijährigen Ausbildung genauso eine Rolle wie die Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten, die richtige Ladung, sowie die Repräsentation des Betriebes.
Handwerkliches Geschick war bei „Rosenhagen“ gefragt, wo die Schüler ein Gewinde für einen Stiftehalter herstellen und kanten mussten, selbst aktiv wurden. Und Lukas lernte beim Tief- und Rohrleitungsbauunternehmen „Kuhlmann“, wie Rohre verschweißt werden. Fazit: Ein gut durchorganisierter Tag der IGS Langenhagen, an dem die Schüler zumindest Tipps und Anregungen für ein Praktikum mitgenommen haben.