Interesse an sozialen Berufen

Julian Ekkert stellte beim Markt der Berufe den Modellbau für die Autoindustrie vor. Foto: D. Lange

Markt der Berufe in der Robert-Koch-Schule

Langenhagen (dl). Ein Schwerpunkt der Robert-Koch-Realschule liegt in der Berufsorientierung, die im Lehrplan eine große Rolle spielt und den Schülerinnen und Schülern die Praxiserfahrung vermittelt, die sie bei ihrer Berufswahl und auf dem Weg ins Berufsleben benötigen. Im Fach „Arbeit,Wirtschaft,Technik“ (AWT) in den neunten Klassen absolvieren die Schülerinnen und Schüler zwei intensiv vor- und nachbereitete Betriebspraktika von je zwei Wochen Dauer, idealerweise in zwei unterschiedliche Berufen. Dank der traditionell guten Kontakte der Schule zu den Langenhagener Betrieben können die meisten Schüler auch dort ihre Betriebspraktika absolvieren.
Die Leiterin des Projektes AWT, Silke Dorn, betont, dass Schülerinnen und Schüler in den Praktika nicht nur den Berufsalltag kennenlernen, sondern in einem Methodentraining ebenso lernen, sich selbst zu organisieren, die gemachten Erfahrungen einzuordnen und in Form eines Vortrags zusammenzufassen. Silke Dorn stellt ein zunehmendes Interesse der Schüler an sozialen Berufen wie Erzieher und Sozialpädagoge fest, zumal diese Berufe und damit ein Studium im Anschluss an die Fachhochschulreife auch den Realschülern offen stehen.
Den Abschluss des AWT-Projektes stellt der Markt der Berufe dar, der sich an die Schülerinnen und Schüler der achten Klassen richtet. Diese werden im folgenden Schuljahr ebenfalls ins Betriebspraktikum gehen und können auf dem Berufemarkt schon mal von den Erfahrungen der Neuntklässler profitieren, die ihnen „ihre“ Berufe vorstellen.
Einer von ihnen ist Ufuk Allak, der sein zweites Praktikum bei der Conti absolvierte und von dort bereits ein Ausbildungsangebot als Mechatroniker bekam. „Wenn ich mich dafür bewerbe, hätte ich wegen des Praktikums auch gute Aussichten, die Stelle zu bekommen. Ich habe an meinem Arbeitsplatz bereits verschiedene Materialien kennengelernt und weiß, wie man sie bearbeiten kann. Conti bietet auch sehr viele Weiterbildungsmöglichkeiten an, die mich interessieren. Ich könnte dort meinen Meister machen, aber vielleicht gehe ich auch zu VW. Ich weiß es noch nicht.“
Julian Ekkert hingegen ist für sein Praktikum extra nach Wolfsburg gefahren und hat in einem Zulieferbetrieb für die Autoindustrie in der Modellbauabteilung gearbeitet. Dort werden keine kleinen Spielzeugautos gebaut, sondern Bauteile für „richtige“ Autos entwickelt. Der Modellbau ist somit eine Vorstufe zur Produktion. „Mit Plastilin und einem holzähnlichen Kunststoff, der sich auch wie Holz verarbeiten lässt, werden Modelle der künftigen Bauteile und auch ganze Fahrzeuge geformt. Die Ingenieure und Designer haben dadurch einen realistischen, dreidimensionalen Eindruck von dem Produkt“, berichtet Julian.
Eine Berufsberaterin der Agentur für Arbeit stand den Schülerinnen und Schülern der neunten und zehnten Klassen während des Markts der Berufe zusätzlich für alle Fragen zur Berufswahl und Berufsausbildung zur Verfügung.