Interimsbau ist „die rote Schule"

Blick aus dem ersten Obergeschoss des L-förmigen Modulbaus auf den rechten Flügel der Interimslösung und den sanierungsbedürftigen Altbau der Hermann-Löns-Schule. Der roten Fassade verdankt der Modulbau seinen Namen "Die rote Schule". Foto: A. Wiese
 
Die Klassenräume im Modulbau sind geräumig, hoch und luftig, stellen Schulleiterin Petra Adolf, Bürgermeister Mirko Heuer und ihre Begleiter beim Rundgang durch das Gebäude fest. Foto: A. Wiese

Hermann-Löns-Schule residiert bis 2022 in 168 Modulen

Langenhagen (awi). 270 Grundschüler der Hermann-Löns-Schule haben seit Donnerstag ein neues Domizil und weil die aus 168 Einzelmodulen zusammengesetzte Interimslösung, die bis 2022 den sanierungsbedürftigen Altbau ersetzen wird, eine leuchtend rote Fassade hat, hat Schulleiterin Petra Adolf sie „die rote Schule" getauft. Das berichtete sie, als sie zusammen mit Bürgermeister Mirko Heuer, Tilmann Graupner von Pfitzner Moorkens Architekten sowie Stefan Feldevert und Reinhard Holt von E.Rent Raumsysteme wenige Tage vor dem Schulstart durch den Modulbau ging – den man im Inneren als solchen überhaupt nicht wahrnimmt. Das geht offensichtlich auch Petra Adolf und ihren Kollegen so, denn sie ist ganz begeistert von der Interimslösung. „So komfortabel habe ich es mir nicht vorgestellt", gibt sie offen zu.
64 Quadratmeter große helle Klassenräume mit Akustikdecken und guter Luftzirkulation, zwei geräumige Treppenhäuser, ein separater Bereich für Hausmeister und Hort links vom Eingang, viel mehr Waschgelegenheiten und Toiletten als im Altbau, Außenjalousien, eine Küche im Lehrerzimmer, ein komplett barrierefreies Erdgeschoss mit Behinderten-WC, Förderraum, Bücherei, Computerraum, Musikraum, Filmraum, Lehrmittelraum und Werkraum – es ist wirklich alles vorhanden, was eine dreizügige Grundschule braucht. Der Altbau, der demnächst entkernt wird, ist in Sichtweite, denn der Interimsbau ist im rechten Winkel dazu auf dem Schulhof entstanden – allerdings entgegen der ursprünglichen Planung spiegelverkehrt, weil auf dem ursprünglich dafür vorgesehenen Standort in Corona-Zeiten keine Sondierung durch den Kampfmittelräumdienst erfolgen durfte: Eine möglicherweise notwendige Evakuierung wäre wegen der Pandemie-Bestimmungen nicht möglich gewesen. Für die Schüler verbleibt trotzdem genügend Außengelände, das komplett mit Fallschutzspänen abgestreut wurde. Einen Rasen auf dem Schulhof wird es erst nach Ende der Sanierungs- und Neubaumaßnahmen und der Neugestaltung der Außenanlagen wieder geben.
Auch auf eine Sporthalle müssen die Hermann-Löns-Grundschüler solange verzichten, nur einen Bewegungsraum haben sie zur Verfügung. Auch das Ausweichen auf andere Sporthallen ist nicht möglich, weil zum Einen alle Hallen ausgelastet sind, zum Anderen der Transport in Corona-Zeiten nicht zu organisieren wäre. Das Mobiliar in den neuen Räumen ist allerdings das Alte geblieben. "Wir richten uns neu ein, wenn wir in die sanierte Schule umziehen", kündigt Schulleiterin Petra Adolf an. Sie ist sicher, dass sie, ihre Kollegen und Schüler sich in der Übergangslösung, für die niemand den Begriff Container in den Mund nehmen möchte, rundherum wohlfühlen werden. Einziger Wermutstropfen ist, dass in den Modulen, die ja später wiederverwendet werden sollen, nichts an den Wänden befestigt werden darf. "Aber auch dafür werden wir uns noch eine Lösung überlegen", ist Petra Adolf überzeugt. Und solange die Corona-Abstandsregeln gelten, hat sie in dem Modulbau keinen Raum, der die Bedingungen für die Gesamtkonferenz erfüllt. "Da werden wir dann wohl auf einen Raum der Stadt Langenhagen irgendwo ausweichen müssen", meint Adolf, doch das sei zu bewältgen. Ansonsten gibt es mit den Corona-Regeln in dem Modulbau keine Probleme. Es gibt einen Ein- und einen Ausgang. Die Schüler sammeln sich zuvor auf dem Schulhof an bunten Stäben. Welche Klasse welche Farbe hat, wurde bereits vor den Sommerferien beschlossen. Die Pausenzeiten sind versetzt, so dass immer nur zwei Jahrgänge gleichzeitig draußen sind und jeweils nur ein Jahrgang im selben Treppenhaus unterwegs ist. Das ist bei einer Gesamtfläche von rund 3.000 Quadratmetern für die 16 allgemeinen Unterrichtsräume, den Verwaltungstrakt und die Fachräume problemlos möglich.
Der von E.Rent Raumsysteme angemietete Modulbau zeichnet sich durch einen hohen Standard aus. Für die Heizung wurde ein separates Modul errichtet. „Das Gebäude wird noch ans Nahwärmenetz angeschlossen“, kündigte Bprgermeister Mirko Heuer an.
Etwa 3,5 Mio. Euro investierte die Stadt Langenhagen, um für die Grundschule als Übergangsgebäude die „Rote Schule“ zu schaffen. Sie wird diese nutzen während der historische Altbau aufwändig saniert und die anderen Schulteile bis Herbst 2022 durch Neubauten ersetzt werden. Der Abriss des ersten Altbauteils ist für Mitte September geplant.