Islamische Gemeinde im Aufbruch

Gespräch in den Räumen der Moschee: Marco Brunotte (hintere Reihe von links), Mustafa Erkan, Abdurrahman Cil und Mustafa Ünsal; Hamidou Bouba (vordere Reihe von links), Ilhan Üsal, Gazi Eryigit und Ahmet Fatih Aydin. (Foto: G. Gosewisch)

Marco Brunotte und Mustafa Erkan in der Moschee

Langenhagen (gg). Aktiv und innovativ präsentierte sich die Islamische Gemeinde beim Besuch der SPD-Landtagsabgeordneten Marco Brunotte und Mustafa Erkan, die im Rahmen ihrer regelmäßigen Gespräche vor Ort waren - nicht anläßlich, aber gut platziert im aktuellen Problemfeld mit dem Stichwort Pegida. Seit Monaten gibt es bereits eine engere Zusammenarbeit der Islamischen Gemeinde mit dem Integrationsbeirat. Mitglied Hamidou Bouba war ebenfalls vor Ort und erläuterte die Ideen dazu. So soll in den neuen Gemeinderäumen neben der Moschee in der Bahnhofstraße ein Bildungsangebot aufgebaut werden, offen auch für Nicht-Gemeindemitglieder. „Aufklärung und Diskussionen sind wichtig, um Hilfe für Alltagsprobleme zu leisten“, sagte er. Rund 500 Männer nehmen regelmäßig am Freitagsgebet teil. „Eine beachtliche Zahl“, so die Einordnung von Ahmet Fatih Aydin. Der 34-Jährige ist Imam, entsandt aus der Türkei. Er erhält Unterstützung, auch beim Erlernen der deutschen Sprache, durch die Vorstandsmitglieder in der Gemeinde mit Ilhan Ünsal (Politikwissenschaftler) und Abdurrahman Cil (Handwerker) sowie dem Jugendbeauftragten Gazi Eryigit (Student). „Wir sprechen viel über gesellschaftliche Themen und die Einordnung aus moslemischer Sicht. Es gibt eine starke Identifizierung mit der deutschen Kultur, aber der moslemische Glaube bestimmt das Leben“, sagt Ilhan Ünsal. Das bekräftigte Mustafa Erkan: „Das ist ausgesprochen wichtig und der richtige Weg“, sagte er mit Blick auf die Verhandlungen der Niedersächsischen Landesregierung mit den Islamischen Gemeinden in Niedersachsen zum geplanten Staatsvertrag. Darin sollen sensible Themen wie die Feiertagsregelung, der Islamunterricht und die Aufhebung des Kopftuchverbots geregelt werden.