Jazz, Flamenco und Klassik

Diese Musiker boten ein überzeugendes Programm: Arne Hallmann (von links), Lothar Krist, Alexander Becker und Franz Gottwald. Foto: K.Raap

Tolles Silvesterkonzert in voll besetzter Elisabethkirche

Langenhagen (kr). Das „Festliche Silvesterkonzert“ in der Elisabethkirche ist seit 14 Jahren ein sicherer Tipp für ein hochkarätiges musikalisches Ereignis. Und auch in diesem Jahr hatte Arne Hallmann, Kantor der Elisabethkirche, für sein Projekt drei ausgezeichnete Gastmusiker gewonnen. Der studierte Klarinettist und Saxophonist Lothar Krist, der seit 15 Jahren in Langenhagen lebt, gehörte unter anderem der Big Band von Joe Viera, dem Tanzorchester von Radio Bremen, der NDR-Bigband und dem NDR 1 als Musikredakteur an und arbeitete als Lehrbeauftragter an der Musikschule Hannover. 1987 gründete er die von ihm geleitete Hannover Bigband. Er ist gefragter Solist in vielen Formationen und fungiert auch als Sänger. Kontrabassist Alexander Becker studierte in Weimar und ist an der dortigen Hochschule beruflich tätig. Zum dritten Mal beim Silvesterkonzert dabei war Gitarrist Franz Gottwald, der sich übrigens seit 25 Jahren in Langenhagen ehrenamtlich und beruflich um kulturelle Bereiche der Stadt kümmert. Seine musikalische Liebe gilt dem Flamenco, und auf diesem Gebiet hat er schon mit vielen spanischen Musikern zusammengespielt und auch wertvolle Erfahrungen gesammelt. Arne Hallmann, Organist und Pianist des Quartetts sowie Initiator der beliebten Veranstaltungsreihe, wurde 1973 in Gifhorn geboren Er erhielt 1988 den ersten Orgelunterricht und später auch Privatunterricht bei dem berühmten Professor Matthias Eisenberg. 1995 absolvierte er die Gesellenprüfung im Orgel- und Harmoniumbauer-Handwerk. Kirchenmusik studierte er an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover.
So geriet das Musikprogramm des Silvesterkonzerts zu einer spannenden Mischung aus klassischer Musik, Jazz und Flamenco. Dabei wechselte Arne Hallmann zum Auftakt an die Orgel, um Musik von Marc-Antoine Charpentier und Eric Satie zu interpretieren, bevor er seinen zweiten Arbeitsplatz am E-Piano im Altarraum übernahm . Mit dem von unzähligen Bands gespielten Swingstück „Bei mir bist du schön“, bekannt gemacht 1938 durch die Andrew Sisters und ursprünglich für ein jiddisches Musical geschrieben, animierte das Quartett das Publikum in der Elisabethkirche zum Mitklatschen. Mit „Romance de Espana“, ein herrliches Solo-Stück für Gitarre, brachte Franz Gottwald andalusisches Flair nach Langenhagen. Mit dem „Schwan“ aus dem Karneval der Tiere von Camille Saint-Saens stellte sich Alexander Becker auf dem Kontrabass vor. Ein Schwerpunkt am Silvesterabend galt dem genialen Bandleader Duke Ellington mit Ausschnitten aus dessen Komposition „A Concert of Sacred Music“. Dabei handelte es sich um ein musikalisches Glaubensbekenntnis der besonderen Art. Mit tief religiösem Text und Gospel pur hatte Ellington bei der Uraufführung im Jahr 1965 die besten Jazzmusiker seiner Zeit zusammengebracht. Mit seiner kammermusikalischen Interpretation setzte das Quartett, vor allem mit Lothar Krist als Sänger, beeindruckende Akzente. Riesenbeifall in der restlos besetzten Kirche. Die Musiker, die bei diesem Konzert zum ersten Mal gemeinsam auftraten, bedankten sich mit der durch Louis Armstrong weltberühmt gewordenen Pop-Ballade „What a Wonderful World“ als Zugabe.
Um das weite Spektrum des musikalischen Lebens in der Elisabethkirche zu unterstützen wurde vor einiger Zeit ein Förderverein ins Leben gerufen. Ausführliche Auskünfte über eine Mitgliedschaft erteilt gerne Vorsitzender Carl-Wilhelm Bodenstein-Dresler unter der Telefonnummer (05 11) 72 27 21.