Jeder kann Imker werden

Andreas Schäfer weiht Neugierige am Lehrbienenstand gerne in die Welt der Bienen ein. (Foto: D. Thiele)

Kreisimkerverein hat Lehrbienenstand eingeweiht

Langenhagen (dt). „Bienen sind lieb.“ Andreas Schäfer vom Kreisimkerverein Hannover räumt gleich mit allen Vorurteilen auf, die viele Laien mit den fleißigen Tieren haben. Passend zum „Tag der Deutschen Imkerei“ feierte der Imkerverein Langenhagen am Sonntag die Einweihung des Lehrbienenstandes in der Stadtparkallee. Eingeladen waren Interessierte und Mitglieder der Imkerverbände, Gastreferent war Werner von der Ohe, Leiter des Laves Instituts für Bienenkunde in Celle. Vorträge über die Ökonomie und Ökologie der Imkerei und die Apitherapie, also die Heilkunst mit Bienenprodukten, rundeten das bunte Programm im Stadtpark ab.
Dank finanzieller Unterstützung durch den Stadt- und Kreisimkerverein konnte in den vergangenen vier Jahren vieles im, am und um den Wasserturm renoviert werden. „Als ich vor acht Jahren hier anfing, sah es furchtbar aus“, erinnerte sich Schäfer an die schlechten Arbeitsbedingungen vor Ort. Das ehrenamtliche Engagement im Imkerverein Langenhagen habe viel bewirkt, die neuen Räumlichkeiten ermöglichen ein logistisch sinnvolles Arbeiten.
Immer mehr Menschen würden sich für die Imkerei interessieren, das Alter spiele dabei keine Rolle. Der neue Lehrbienenstand bietet die Möglichkeit, nicht nur theoretisch etwas über Bienen erfahren zu können. Jeder „Neu-Imker“ bekomme ein Bienenvolk sowie einen kompetenten Partner zur Seite gestellt. „Learning by doing halt“, so Schäfer, so war es auch in den letzten Jahren die gängige Praxis des Imkervereins Langenhagen und ein Angebot an Interessierte. Wenn nach der Ausbildung weiterhin Interesse an der Imkerei besteht, kann ein Bienenvolk käuflich erworben und mit nach Hause genommen werden. Egal ob Balkon oder Garten, solch ein Volk könne überall gehalten werden. Allerdings rät Schäfer dazu, im Vorfeld die Nachbarn zu informieren, auch wenn es kein Gesetz gäbe, dass das Halten eines Bienenvolkes verbieten würde. Angst vor Stichen müsse man nämlich nicht haben. „Bienen sind ganz anders als Wespen und ausschließlich an Nektar interessiert.“ Etwa drei Stunden Arbeit sollte man wöchentlich für ein Volk investieren, der Lohn seien rund 25 Kilogramm Honig.
Jeder, der sich über die Imkerei informieren möchte, ist immer freitags von 15 bis 17 Uhr herzlich zum Lehrbienenstand am Wasserturm eingeladen. Ständiger Ansprechpartner vor Ort ist Siegfried Neske, erster Vorsitzender des Imkervereins Langenhagen. Zudem kann in dieser Zeit auch Honig vor Ort gekauft werden.