Jugendbeteiligung vor Ort zementiert

Deutsches Kinderhilfswerk und Stadt schließen Kooperationsvereinbarung

Langenhagen. Das Deutsche Kinderhilfswerk und die Stadt Langenhagen haben eine Kooperationsvereinbarung zur Stärkung der Jugendbeteiligung geschlossen. Damit setzt sich die Stadt Langenhagen zum Ziel, die Beteiligung von Jugendlichen bei Angelegenheiten, die ihr direktes Lebensumfeld betreffen, umfassend zu verbessern. Das Deutsche Kinderhilfswerk unterstützt die Stadt Langenhagen dabei strukturell und fachlich. Außerdem fördert das Deutsche Kinderhilfswerk das Projekt in Langenhagen mit 20.000 Euro.Im Rahmen des Projekts sollen Jugendliche durch verschiedene Angebote Interesse an Politik entwickeln und Spaß daran haben, sich in ihrer Kommune zu beteiligen. Durch die Aktion "pimp your town" beispielsweise erhalten Schulklassen einen Einblick in die Ratsarbeit ihrer Kommune. In Vorbereitung darauf ist zudem das Planspiel "Kinderrat" geplant, bei dem Viertklässler in die Rolle von Ortsratsmitgliedern schlüpfen. Beim Projekt "StimmRecht!", einem Vorhaben des Deutschen Kinderschutzbundes
Landesverband Niedersachsen, geht es um gesellschaftliche Mitsprache, Mitwirkung und Einflussnahme von Kindern und Jugendlichen direkt am und im Wohnort. Hierzu tauschen sich engagierte Kinder und Jugendliche aus ganz Niedersachsen aus, geben ihre Erfahrungen weiter und entwickeln neue Ideen. Das Jahrestreffen von "StimmRecht!" fand an diesem Wochenende in Langenhagen statt und konnte diesbezüglich für Langenhagen, und für ganz Niedersachsen, neue Impulse setzen. "Das Recht auf Beteiligung ist in Artikel 12 der UN-Kinderrechtskonvention verbindlich festgeschrieben. Leider wird die UN-Kinderrechtskonvention auch an dieser Stelle noch viel zu selten umgesetzt. Deshalb freuen wir uns, jetzt gemeinsam mit der Stadt Langenhagen die Jugendbeteiligung vor Ort konkret zu verbessern. Zahlreiche Studien zeigen, dass Beteiligung hilft, Kinder und Jugendliche stark zu machen und negative Armutserfahrungen auszugleichen. Das funktioniert aber nur im Zusammenspiel mit engagierten Kommunen, gut ausgebildeten Fachkräften und mit ausreichenden zeitlichen Ressourcen zur Umsetzung der Beteiligungsprozesse. Wir hoffen, dass wir in Langenhagen mit der Kooperation einen großen Schritt vorankommen", betont Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes.
"Mit den Planspielen ,Kinderrat' und ,pimp your town' haben wir bereits erste Erfahrungen gemacht", sagt Mirko Heuer, Bürgermeister der Stadt Langenhagen. "Ich erinnere mich gerne zurück, als vor zwei Jahren gut 140 Jugendliche beim ersten Langenhagener ,pimp your town' im Rathaus waren. Für mich und auch andere Ratsvertreter war es sehr erfrischend, sich mit ihnen über ihre Ideen auszutauschen und anschließend ihre Debatte im Ratssaal zu verfolgen. ,Legale Sprayorte' wurde seinerzeit noch als ungewöhnlicher Antrag bezeichnet. Heute besitzt Langenhangen eine ,legale Graffiti Wall'. Dieses Beispiel zeigt, wie wichtig es ist, Kinder und Jugendliche zu beteiligen. Daher freue ich mich, dass wir mit dem Deutschen Kinderhilfswerk einen starken Partner haben, um Kinder und Jugendliche auch künftig in vielerlei Hinsicht einzubeziehen."
Das Projekt "Jugendbeteiligung vor Ort" des Deutschen Kinderhilfswerkes hat zum Ziel, die Beteiligung von Jugendlichen bei Angelegenheiten, die ihr direktes Lebensumfeld betreffen, umfassend zu stärken. Hierfür stellt das Deutsche Kinderhilfswerk bundesweit für zehn Modellkommunen bis Ende 2019 Finanzmittel in Höhe von rund 200.000 Euro bereit. Darüber hinaus unterstützt das Deutsche Kinderhilfswerk die Modellkommunen und weitere Projektpartner je nach Bedarf durch Qualifizierung, Vernetzung, fachliche Beratung sowie Prozessbegleitung, Öffentlichkeitsarbeit und lokales Fundraising. Im Rahmen seiner Lobbytätigkeiten setzt sich das Deutsche Kinderhilfswerk gemeinsam mit der Stadt Langenhagen zudem für die verbindliche Verankerung kommunaler Beteiligungsrechte nach Artikel zwölf der UN-Kinderrechtskonvention ein.