Junge Graffiti-Künstler verleihen neuem Jugendzentrum Farbe

Stolz präsentieren die Jugendlichen ihr Werk. Foto: Johanniter

Jugendliche probieren sich in den Herbstferien am legalen Sprayen aus

Langenhagen. Kahle Wände dominieren das neue Jugendzentrum der Johanniter in Langenhagen. Doch zum Glück hat das dank einiger engagierter Jugendlicher ein Ende. In einem einwöchigen Workshop haben die Jugendlichen mit Graffiti-Künstler Jonas Wömpner von „Hochkreativ“ mehrere Spanholzplatten mit verschiedenen bunten Motiven besprüht. Die Graffitis kommen nun im nächsten Schritt an mehrere Wände des Jugendzentrums. „Wir wollten, dass die Jugendlichen sich ihr Haus so gestalten, wie sie es mögen“, erklärt Leiterin Jennifer Rihm. „Und die Graffitis sind richtig gut geworden“, fügt sie anerkennend hinzu.
Auch Jonas Wömpner zeigt sich begeistert von seinen Schülern. „Ich kenne einige der Jungs schon von anderen Projekten und freue mich, dass ich auf etwas aufbauen konnte. Sie hatten tolle Ideen, die wir gemeinsam gut umsetzen konnten.“ Innerhalb einer Woche hat er die Jungs in die Kunst des Graffitisprayens eingewiesen. Zuerst wurden zusammen Ideen entwickelt und mit Blei- und Buntstift auf Papier vorskizziert, bevor es an die Wand ging. Und auch dort haben die jungen Sprayer ihr Motiv zunächst vorgezeichnet, ehe die eigentliche Arbeit mit der Spraydose begann. Stück für Stück entstanden Logos von Social-Media-Kanälen, musikalische Gorillas, Mario-Kart-Motive und Sinnsprüche. Jonas Wömpner lobt außerdem die großzügigen Räumlichkeiten. „Wir hatten hier viel Platz und ich finde es super, dass die Jugendlichen wieder einen zentral gelegenen Ort in Langenhagen für sich haben.“
Den Anstoß für das Projekt im Jugendzentrum gaben Ulrike Jagau und Gabriele Spier von der Kulturstiftung Langenhagen. Die beiden Vorstandsmitglieder verschönern üblicherweise in ihrem Streetart-Projekt mit Jugendlichen aus der Stadt Trafo-Kästen der Telekom. „Aus Grau wird Bunt“ ist das Motto. Neben Organisation, Mittelbeschaffung oder Öffentlichkeitsarbeit sind die Frauen selbst stets vor Ort und unterstützen auf viele Weise.
„Anfangs bekamen wir viel Gegenwind, aber mittlerweile ist das Projekt akzeptiert“, sagt Ulrike Jagau. Skepsis erzeugte vor allem die Angst, dass die Jugendlichen jetzt „wild in der Gegend herumsprühen würden“, sagt Jagau. Das Gegenteil sei aber der Fall, ergänzt Gabriele Spier. Unter der Anleitung von Graffiti-Künstler Jonas Wömpner lernen die Jungen, dass hier Kunstwerke geschaffen würden und man sich Mühe geben müsse. Die Kulturstiftung förderte den Workshop im Johanniter-Jugendzentrum mit 1000 Euro.
Die Graffitis können bei der offiziellen Eröffnung des Jugendzentrums am 25. Oktober ab 18 Uhr von der Öffentlichkeit bestaunt werden. Das Jugendzentrum öffnet während der Herbstferien unter der Woche ab 13 Uhr seine Türen, in der Schulzeit ab 15 Uhr bis etwa 19 Uhr. Wer noch Vorschläge für einen Namen hat, kann diesen per Mail an Jennifer Rihm (jennifer.rihm@johanniter.de) schicken. Bei der Eröffnung soll das Jugendzentrum getauft werden.