Kannst du das heile machen?

Was sammeln Sie? Postkarten, Tupperdosen, Autogramme?
Als Kinder waren wir mit unseren Eltern oft an der Ostsee. Während wir im Sand gespielt oder später Bücher gelesen haben, ging unsere Mutter spazieren und sammelte Scherben. Scherben, die angespült werden, sind oft farbig und glatt gespült. Sie findet die Scherben wunderschön und sammelt sie in einem extra Glas dafür.
Wenn bei mir etwas kaputt gegangen ist, bin ich damit immer zu meinem Vater gegangen. "Kannst du das heile machen?" Meistens kann er! Mit guter Klebe und tröstenden Worten konnte so manches wieder gekittet werden.
So ähnlich ist es bei Gott. Wenn in uns etwas kaputt geht, können wir alle Scherben sorgsam einsammeln und uns damit an Gott wenden. Ihm sind unsere Scherben wichtig. Mit allem, was in uns bricht und kaputt gegangen ist, dürfen wir zu ihm laufen und bitten: "kannst du das heile machen?"
Wie schön ist es, dass wir nicht gottgleich und fehlerlos sein müssen und unser Leben nicht Instagram-tauglich sein muss für ihn.
Gerade in all unserer Menschlichkeit, Unvollkommenheit und Gebrochenheit dürfen wir kommen.
Er freut sich natürlich nicht darüber, wenn Scherben in uns entstehen. Aber unsere Scherben sind ihm wichtig, sie sind ihm wertvoll.

Annika Kruse, Diakonin