Kegeln im Kunstverein

Vom 16. bis 25. November kann im Kunstverein kostenlos gekegelt werden. (Foto: D. Lange)

Ein Projekt der Kunsthalle3000

Langenhagen (dl). Bei dem heutigen Ausstellungsraum des Kunstvereins Langenhagen handelt es sich, die älteren Langenhagener werden es noch wissen, um die Kegelbahn der benachbarten ehemaligen Gaststätte Waldersee, der heutigen Musikschule. Im Rahmen der Kunsthalle3000, einer 2015 begründeten Institution ohne eigenen Raum des Künstlers Thomas Geiger, verwandelt sich eben dieser Ausstellungsraum im November für zehn Tage vorübergehend wieder in eine richtige Kegelbahn. Aus dem altem Holz von damals wird die traditionelle Anlage mehr oder weniger originalgetreu wieder aufgebaut, mitsamt einer dazugehörigen Gastronomie. Der Kunstverein lädt damit alle Langenhagener dazu ein, in der Zeit vom 16. bis 25. November jeweils von 16 bis 20 Uhr zum kostenlosen Kegeln in den Kunstverein zu kommen. Für den in Wien lebenden Künstler Thomas Geiger ist die Kunsthalle3000 „eine temporäre Intervention, mit der für alle Menschen zugängliche Orte im öffentlichen Raum geschaffen werden, an denen sowohl Performances als auch Diskussionen, Austausch oder Begegnungen stattfinden können“. Als Antwort auf die Frage, was passiert, wenn die Kunsthalle3000 von einer Institution eingeladen wird, initiierte der Kunstverein eine einjährige Zusammenarbeit mit dem Künstler, gewissermaßen als ein Experimentierfeld zur Erweiterung von Funktion, Raum und Ort einer Institution, in diesem Fall des Kunstvereins. Ohnehin sei es das Ziel der Kunsthalle3000, die Möglichkeiten, aber auch die Einschränkungen des öffentlichen Raumes sichtbar zu machen. In diesem Sinne bietet die sie und mit ihr das Projekt Kegeln die Möglichkeit, eventuell vorhandene Berührungsängste in Form einer spielerischen Annäherung an die Institution Kunstverein abzubauen und diesem damit einem größeren Publikumskreis zu erschließen. Die Kuratorin Noor Mertens betont, der Kunstverein ist ein offenes Haus, in dem jeder willkommen sei, der über Kunst sprechen möchte. Kunst habe schließlich auch mit dem alltäglichen Leben zu tun, es komme also darauf an, die Menschen mit einzubeziehen. Dazu sind unter der Regie der Kunsthalle3000 weitere Interventionen und Projekte geplant. Eines dieser Projekte ist thematisch angelehnt an die Idee der öffentlichen Bücherschränke, nur dass es dabei um Schuhe gehen wird. Wer will, bringt also Schuhe in den Kunstverein und nimmt ein anderes Paar dafür mit, frei nach dem Motto: öffentliche Räume können ohne Schuhe nicht erreicht oder verlassen werden. Ein weiteres Projekt wird sich um öffentliche Toiletten drehen. Wie diese Aktion im Kunstverein authentisch umgesetzt werden kann, ist noch offen, auch im Hinblick auf die einschlägigen Graffiti an den Wänden.