Keine Chance für "Kleine Füße"

Thema Hortbetreuung nimmt endlich Fahrt auf

Langenhagen (ok). Nicht nur in Kaltenweide drückt's in Sachen Hort, auch in anderen Stadtteilen Langenhagens suchen Eltern dringend Betreuungsplätze für ihre Kinder fürs kommende Schuljahr. Die Zeit drängt, deshalb war in der jüngsten Jugendhilfeausschusssitzung "Tabula rasa" angesagt. Gleich mehrere Standorte standen zur Debatte: Adolf-Reichwein-Schule, Krähenwinkel und die Friedrich-Ebert-Schule; darüber hinaus stand noch der Vodafone-Betriebskindergarten in Engelbostel. Das Thema "Hort Kaltenweide" wurde noch einmal wegen der Empfehlung des Ortsrates Kaltenweide verschoben (siehe oberer Artikel). Doch der Reihe nach: Vier Krippenplätze kann die Stadtverwaltung im Betriebskindergarten von Vodafone in Engelbostel bekommen; möglich ist es sogar, dort Kinder ab einem halben Jahr unterzubringen. Eine Vorstellung, die einige Ausschussmitglieder nicht gerade begeisterte – für sie muss es in dem Lebensalter noch eine sehr enge Bindung an die Mutter oder auch an den Vater geben. Die Drucksache ging aus diesem Grund auch nicht einstimmig durch. Auf Granit hat Mirko Heuer (CDU) bei der Verwaltung in Sachen Hort an der Friedrich-Ebert-Schule gebissen. Sein Vorschlag, Räume der "Kleinen Füße" in die Planung mit einzubeziehen, wurde von der Verwaltung abgebügelt: In der kurzen Zeit bis zum September könne es den "Kleinen Füßen" nicht gelingen, dort etwas auf die Beine zu stellen. Der Christdemokrat sieht das anders, die Räume seien nahezu fertig, einen Container für den Schulhof zu bestellen, würde viel länger dauern. Auch mit seinem Vorschlag, das Provisorium gleich für vier Jahre festzumachen, stieß Mirko Heuer auf wenig Gegenliebe. Das Modell zwei Jahre plus Option auf weitere zwei Jahre sei besser, weil flexibler, so die Argumentation.
Glatt und ohne Probleme ging die Hortfrage für Krähenwinkel durch; die Betreuung für 20 Kinder kann im September im ehemaligen Königreichsaal am Gleisdreieck starten.
Belibt noch die Adolf-Reichwein-Schule, die schon seit Jahren als Ganztagsschule hervorragend funktioniert und angenommen wird: Ein Hort kommt hier für die Politikerinnen und Politiker zwar nicht in Frage, aber die Schule soll genauso wie die beiden anderen künftigen Ganztagsschulen (Brinker Schule und Grundschule Engelbostel) strukturiert werden.
Alles Planungen, die viel Geld kosten, nach einer befristeten Phase sollen auch die Erzieherinnen und Erzieher unbefristet übernommen werden. Während der Sitzung des Jugendhilfeausschusses gab es eine Debatte über den verantwortungsvollen Umgang mit den Finanzmitteln. Die meisten Politikerinnen und Politiker waren der Ansicht, dass sie sich "an die eigene Nase" fassen müssen und im Zweifelsfall nicht so viel beschließen dürfen, andere wiederum sehen eher die Verwaltung in der Pflicht, die Politik beizeiten zu bremsen.
Das Thema Hort wird auch in der kommenden Ratssitzung unter mehreren Tagesordnungspunkten diskutiert. Beginn ist am kommenden Montag, 25. Juni, um 18 Uhr im Ratssaal.