"Keine gleicht der anderen"

Ihre Fotos belegten die ersten 3 Plätze in der Publikumswertung (von links): Willi Dolle, Martine Feldkamp und Heinrich Lüddecke.Foto: D. Lange

Fotoausstellung im Dorfgemeinschaftshaus in Schulenburg

Schulenburg (dl). Das Wasser, nicht nur das aus dem Wasserhahn, begegnet uns ja bekanntlich täglich und auf vielfältige Art und Weise. Sei es wie derzeit aktuell als Eis und Schnee, sei es im normalen flüssigen Zustand, sei es als Nebel, Matsch oder auch als Wasserdampf. Insofern bietet also das nasse Element dank seiner zahlreichen Erscheinungsformen dem Auge des suchenden Fotografen eine ganze Fülle von lohnenswerten Motiven. Die Langenhagener Fotoamateure nahmen dies einmal zum Anlass, sich mit insgesamt 32 großformatigen Fotos diesem besonderen Element des Lebens in ihrer gegenwärtigen Ausstellung zu widmen. Eröffnet wurde sie im Dorfgemeinschaftshaus vom Schulenburger Ortsbürgermeister Dietmar Grundey, und die zahlreichen Gäste der Vernissage erlebten jetzt nicht nur eine „normale“ Fotoausstellung, sondern darüber hinaus auch eine Reihe von Dia-Shows zu diesem Thema. Detlef Feldkamp, einer der Organisatoren der Ausstellung, sagte: „Es gibt zu diesem Thema so viel zu sagen, als das allein mit 32 Bildern möglich wäre, und wir wollten den Gästen eben noch mehr davon zeigen“. So vielfältig das Thema war, so verschieden zeigte sich auch die Umsetzung der gestellten Aufgabe. Reinhard Scharkowski, einer der Mitglieder des Vereins, ist jemand, der gerne neues ausprobiert und die Dinge auch mal aus einem anderen Blickwinkel betrachtet. Er bewies mit seinem Beitrag, dass hoch aufspritzendes, schmutzig-braunes Wasser aus einer ganz normalen Pfütze durchaus auch fotogen sein kann. Vorausgesetzt natürlich, man hält einen ausreichenden Sicherheitsabstand ein. Eisblumen wiederum sind zarte und vergängliche Schönheiten. Martine Feldkamp, die ein besonders schönes Exemplar dieser seltenen Spezies in ihrem Beitrag zeigt, ist begeistert von dieser besonderen Laune der Natur: „Keine gleicht der anderen und jede erscheint noch schöner als die vorhergehende“. Willi Dolle dagegen offenbart, wie attraktiv ein kaputter Wasserhahn sein kann, bei dem das Wasser nicht nur durch die normale Öffnung strömt, sondern gleichzeitig mit hohem Druck auch an der Oberseite austritt. Sein Foto belegte später in der Publikumswertung den ersten Platz. Wasser muss im Bild aber auch nicht immer und zwangsläufig als Wasser erkennbar sein. Im Gegenteil. Wer ein Stativ im Gepäck hat und sich die Mühe macht, die Wellen am Strand mit Langzeitbelichtung zu fotografieren, wird feststellen, dass diese aussehen wie Watte und dem Bild damit einen Ausdruck impressionistischer Romantik verleihen. Wenn man sich andererseits mit dem Leben unter Wasser befassen will, muss man dazu nicht unbedingt tauchen lernen. Martine Feldkamp fotografierte in allen größeren Aquarien an der Nordseeküste – ohne Blitz – wie sie betont und zeigte die faszinierenden Ergebnisse ihrer Tour in einer digitalen Bilderschau, die die Besucher der Ausstellung in ihren Bann zog. Quallen, die im dunklen Wasser aussehen wie Raumschiffe im Weltall und bezaubernde Aufnahmen von Seepferdchen, wie man sie so nah und in dieser Detailtreue nur selten zu sehen bekommt, sind nur zwei Beispiele für ein gleichermaßen beindruckendes wie vielfältiges Leben unter Wasser. Sie zeigen, nebenbei gesagt, auch die Verletzlichkeit dieses Naturraums. Weil die Mischlichtsituation in diesen großen Aquarien jede Automatik überfordern würde, entstanden die Fotos zunächst im RAW-Format, das die größtmöglichen Nachbearbeitungsmöglichkeiten bietet. So kann der Weißabgleich im nachhinein angepasst werden und das verlieh den Aufnahmen eine Farbwiedergabe, die der von Kunstlicht-Diafilmen entspricht. So viel noch zur Technik für alle interessierten Fotofreunde.
Zumindest die 32 Fotos an den Wänden sind im Dorfgemeinschaftshaus in Schulenburg noch das ganze Jahr hindurch zu sehen.