Keine Unterbringung, sondern ein Zuhause

Reiner Weidler (links) gemeinsam mit einigen Besucherinnen und Besuchern des Kartoffelfestes und zwei Bewohnern des Lindenhofs. (Foto: L. Schweckendiek)

Kartoffelfest auf dem Lindenhof zum 15. Mal

Kaltenweide (ls). Bereits zum 24. Mal lud die Stiftung Lindenhof zum jährlichen Kartoffelfest ein - schon zum 15. Mal findet dieses Fest auf dem Lindenhof selbst statt. „Unser kleines Bauernhaus feiert dieses Jahr ein Jubiläum. 2003 zogen die ersten Menschen in die Wohngemeinschaft Lindenhof ein“, erzählt Reiner Weidler, Mitbegründer der Stiftung. 1989 war es, als die Lindenhofstiftung bestehend aus Eltern, deren Kinder eine körperliche oder geistige Einschränkung haben, das kleine Haus in Kaltenweide kaufte. Die Grundsanierung bedurfte viel Zeit und Arbeit. „Als Eltern haben wir das Haus komplett renoviert – ehrenamtlich. Wir haben uns damals gefragt, was wir uns für ein Lebensumfeld für unsere, zu der Zeit noch sehr jungen, Kinder wünschen. Heute wissen wir, dass es sich gelohnt hat. In der Wohngemeinschaft fühlen sich alle wohl.“.So habe Weidler sich das gemeinsam mit den Stiftungseltern immer vorgestellt. Ihm sei schon immer die Amtssprache zuwider gewesen, die von einem "Heim" für seinen Sohn spricht. Er habe nicht nach einer Unterbringung gesucht, sondern nach einem Zuhause. Das Kartoffelfest gehört, so Weidler, zur Nachbarschaftspflege. „Wir sind hier in der Gemeinde sehr gut aufgenommen worden. Der Kontakt zu den Nachbarinnen und Nachbarn ist immer nett, viele kommen und Helfen bei unserem kleinen Fest.“ Und auch im Alltag gibt es immer wieder gemeinsame Aktivitäten im Dorf - so komme etwa der ortsansässige Mostereibetrieb jedes Jahr im Herbst, um von den Erträgen der selbst angelegten Fallobstwiese Saft zu machen. „Von den rund 200 Litern Apfelsaft, die unsere Wiese abwirft, können wir uns den ganzen Herbst und Winter lang ganz hervorragend verpflegen“, so Weidler.