Kerzen brannten auch im Regen

Vater, Sohn oder Geist? Wiebke Müller-Jödicke stellt die Wahl. Jedes Feld beinhaltet eine andere Frage. (Foto: L. Schweckendiek)

Viele Besucher bei Happy Martini in der Martinskirche

Langenhagen (ls). Kinder, Mütter, Väter, Omas und Opas - am 3. Juni kam eine bunte Menge mit den wöchentlichen Kirchengängern zusammen. Die Martinskirche in Engelbostel feierte Happy Martini, das Dreieinigkeitsfest von Vater, Sohn und heiligem Geist, wie Pastor Rainer Müller-Jödicke seiner Gemeinde die Besonderheit des Tages erklärte. Der einstündige Gottesdienst fand im Freien statt, wie auch schon in den letzten Jahren. Eine Premiere lieferte jedoch das Wetter. Während in den letzten Jahren ausschließlich Sonnenschein genossen wurde, galt dieses Jahr wohl das Motto: Einmal ist immer das erste Mal. Es schüttete wie aus Kübeln. Dies verdarb den Besuchern aber keineswegs die Stimmung und animierte sie ebenso wenig zum zu Hause bleiben. Vor einem Meer von Schirmen wurde die kirchliche Stunde präsentiert und ausgeführt wie geplant. Selbst die Kerzenflammen hielten dem Regen stand und gingen bis zum Ende nicht aus. Die Kinder des KU4 Konfirmandenunterrichts hatten speziell für das 15-jährige Jubiläum der Konfirmandenstunden in der vierten Klasse, ein Spiel vorbereitet, mit dem Pastor Müller-Jödicke und seine Frau ein bisschen Pep in die Veranstaltung brachten. Mit Fragen zum Vater, zum Sohn, zum Heiligen Geist, der Kirche oder zu allgemeinem Wissen wurde Jung und Alt auf Trab gehalten. Am Ende zeigte sich, dass der Unterricht sich ausgezahlt hatte, die diesjährigen Konfirmandinnen und Konfirmanden gewannen mit einem klaren Vorsprung von 1000 Punkten, was die Kirchenmitglieder stolz machte, die den Stoff vorher gelehrt hatten. Begleitet von Klarinetten-, Klavier- und Gitarrenmusik wurde gebetet, gepredigt und gesungen. Nach dem Gottesdienst retteten sich die Besucher dann ins Trockene, wo direkt der nächste Programmpunkt wartete. Bei Kaffee und Kuchen unterhielt der Back To Church Chor und lud zum Mitsingen ein. Unter der Leitung von Holger Kiesé, der noch dazu am Klavier mit eingängigen Melodien begleitete, wurden die Zuschauer von den zehn Back To Church Sängerinnen zum Mitwippen verführt und nach kurzer Zeit sang das gesamte Gemeindehaus zusammen von Gott und der Welt. Kaum einer bemerkte, wie die Vorbereitungen der letzten Wochen über Bord geworfen wurden. Die Organisatoren mussten wortwörtlich ins kalte Wasser springen um alle Aktionen ins Trockene zu verlegen. In kürzester Zeit konnte die Bratwurst unter einem Schirm vertilgt werden, sowie die Getränke und Snacks. Und auch wenn die Hüpfburg zum Ärger der Kleinen unbenutzt blieb, wurde denen doch wenigstens das Thema Gott ein bisschen näher gebracht. Das Ziel des Tages wurde also erreicht, wenn auch anders, als zunächst vorgesehen.